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„Wir brauchen endlich mehr Bildungsgerechtigkeit und eine Schule für alle“

Paul Schwarz im Gespräch mit der bildungspolitischen Sprecherin der „Grünen“ in Rheinland-Pfalz: Ruth Ratter.

03.03.2016 - Paul Schwarz

Christian Füller von der taz hat mir mal vor Jahren gesagt, die Grünen haben immer wieder „geile Bildungspapiere“ formuliert, aber in der Regierung merkt man nichts mehr davon. Warum haben Sie beispielsweise nicht stärker versucht, die Schule für alle durchzusetzen bzw. wenigstens die Zweigliedrigkeit, IGS und Gymnasium, denn das jetzige Modell Realschule plus kann ja nur ein Auslaufmodell sein.

Was mir schwerfällt, ist zuzugeben, dass wir in der Bildungspolitik nicht alles erreicht haben. Ich hätte gerne den Einstieg in die Stufenlehrerausbildung erreicht, ich stehe für „eine Schule für alle“, und die kann man nur sinnvoll anstreben – und auch die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten in der Bezahlung der Lehrer nur überwinden –, wenn man die Lehrkräfte in der ersten Phase der Lehrerausbildung bereits fachlich, pädagogisch und didaktisch gleichermaßen gut ausbildet. Das ist der eine Punkt. Der andere schmerzt mich genauso: Ich denke, wir haben große Bedarfe bei der Sanierung von Schulgebäuden, z. B. denen, die in den 60er und 70er Jahren gebaut worden sind, ich habe selbst 20 Jahre in einer solchen Schule unterrichtet. Ich hätte mir gewünscht, dass wir auch im Sinne der Gesundheit der Schüler*innen und Lehrer*innen zu einer Richtlinie für Bestandsaufnahme und Sanierung kommen. Wir bräuchten auch eine wissenschaftliche Untersuchung, welche gesundheitlichen Belastungen durch die Nichtsanierung vorliegen.
Andererseits, um auf Christian Füller zurückzukommen, bin ich mit dem „forum | neue bildung“ in die Öffentlichkeit gegangen. Weit über den Koalitionsvertrag hinaus und zusammen mit vielen Akteur*innen der Zivilgesellschaft – das hat auch seine Wirksamkeit auf unser rot-grünes Regierungshandeln gezeigt. Politikberatung, Gesellschaftsberatung und ein sehr fachlicher Dialog mit Menschen und Medien haben die Arbeit des forum | neue bildung geprägt. Dabei habe ich immer wieder deutlich gemacht, dass mehr Bildung auch mehr Gerechtigkeit bedeutet. Wir haben soziale Ungerechtigkeiten in hohem Maße und wir brauchen Inklusion im weitesten Umfang dieses Begriffs. In diesem Sinne des Wortes ist auch die aktuell viel diskutierte Integration nur ein Teil der Inklusion. Wenn ich von der Vielfalt der Menschen ausgehe, dann lande ich automatisch bei „eine Schule für alle“, denn nirgendwo sonst wird so gut individualisiert gelernt und Gemeinschaft vermittelt über die Konstruktionen aller sozialen Distinktionen hinweg.
Was für mich ganz wichtig ist, ist Demokratiepädagogik. Wir brauchen eine demokratische Schule! Wir wollen das Wahlalter auf 16 absenken, und das geht nur, wenn Schüler*innen in jungen Jahren Demokratie erfahren, z. B. durch den Klassenrat in der Grundschule. Das darf an den weiterführenden Schulen dann nicht wieder verloren gehen. Darum brauchen wir Schulparlamente und müssen anerkennen, dass Schüler*innen mitgestalten wollen, weg von der langweiligen CDU-Position, den strukturellen Unterrichtsausfall nur an Zahlen festzumachen. Es ist viel wichtiger, Modelle für guten Unterricht zu entwickeln und in die Schulen hineinzutragen, statt nur auf Zahlen zu schielen, wie viele AG ausfallen.

Man muss ja sagen, dass der Unterrichtsausfall zu Regierungszeiten der CDU nicht geringer gewesen ist. Aber bezüglich der „Schule für alle“ ist es natürlich in Deutschland schwer, hätte man nicht die Zweigliedrigkeit Integrierte Gesamtschule und Gymnasium stärker in den Blick nehmen müssen, denn diese Realschule plus ist ja eh ein Übergang.

Also, ich bin keine Verfechterin der Realschule plus, aber wir Grüne haben respektieren müssen, dass Doris Ahnen ihr Baby aufwachsen sehen wollte. 2011 war die Realschule plus ja noch längst nicht in der 10. Klasse angekommen, und wir sind eine Koalition, haben also die Schulstrukturreform der SPD im Koalitionsvertrag akzeptiert, immerhin gibt es den Passus, dass dort, wo die Kommunen eine IGS wollen, diese auch eingerichtet wird. Wir haben mittlerweile 55 Integrierte Gesamtschulen. Wir brauchen mehr, denn es wird zuviel Last auf den Realschulen abgeladen, insbesondere auch, was die Integrationsaufgabe anbelangt. Die Dreigliedrigkeit – die Förderschule haben wir ja auch noch –, wird bei uns viel zu früh angelegt, die Kinder werden zu früh getrennt.

Kommen wir zu den Migranten. Angesichts vieler Migranten, die hier leben und der Flüchtlinge, die zu uns kommen, stehen wir vor einer großen Aufgabe, die gelingende Integration. Was ist Integration für Sie? Wie kann sie gelingen?

Für mich ist wichtig, dass die Menschen, die zu uns kommen, ihre Wurzeln nicht verleugnen müssen, ein Recht haben, in ihrer eigenen Kultur und auch Religion weiter unterrichtet zu werden, damit sie ihre Identität nicht verlieren, und da wurde in der Vergangenheit – bei den sogenannten „Gastarbeitern“ – einiges falsch gemacht. Ich bin froh, dass es in den Schulen heute eine gelebte Willkommenskultur gibt, Patenschaften und sehr viel Unterstützung durch die Lehrkräfte, aber auch seitens der deutschen Schüler*innen. Wir wissen, dass die Peergroup der erste Pädagoge ist, dann kommen die Lehrer*innen und dann der Raum. Deshalb finde ich es falsch, was die CDU fordert, nämlich Vorlaufklassen, bei denen die ankommenden Kinder in separiert unterrichtet werden. Ich möchte, dass die Kinder in den Klassen, wo sie bleiben sollen, von Anfang an zumindest teilweise auch von ihren Alterskamerad*innen begleitet werden, und Deutschunterricht sollte dann vor allem am Nachmittag erfolgen. Sie sollten also von Anfang an in den Klassen in etlichen Fächern mitlaufen. Wenn ein Junge gut Fußball spielt oder ein Mädchen gut turnt, dann wächst es auch leichter in die Gemeinschaft hinein. Jedes Kind hat Stärken, die es zeigen kann. Wichtig ist für die Integration, dass die Kinder von Anfang an den Alltag in der Klassengemeinschaft miterleben und eine Normalität des Schulalltags erfahren. Je jünger die Kinder, desto wichtiger und leichter ist es für sie, in die Gemeinschaft hineinzuwachsen.

Seit Jahrzehnten sind wir ein Einwanderungsland, aber das hat sich in der Lehrerausbildung nicht niedergeschlagen. Wir bräuchten in jeder Lehrerausbildung Module „Deutsch als Zweitsprache“, wir bräuchten interkulturelle Bildung und Studiengänge für Deutsch als Zweitsprache. Stattdessen wurde vor Jahren an der Universität Landau der Studiengang „Lehrer für Gastarbeiterkinder“ abgeschafft.

Es gibt bereits mehr Studien- und Weiterbildungslehrgänge sowie DaZ-Module z. B. in Landau und an anderen Universitäten als noch vor 10 Jahren. Da sind wir auf einem guten Weg, was noch fehlt, ist die systematische Betreuung der ehrenamtlichen Deutschlehrer*innen.
Probleme haben wir bei den jungen Zugewanderten, die gar nicht in die Schule hineinkommen, weil sie zu alt sind und gar nicht integriert werden, weil sie weder arbeiten dürfen noch einen Praktikumsplatz haben und nur die wichtigsten VHS-Kurse besuchen können, da müssen wir dran gehen. Ansonsten gilt: Je kleiner die Kinder, desto leichter gelingt die Integration. Auch die Gymnasien öffnen sich, das ist sehr wichtig, weil bislang die Hauptintegrationsleistung im Bereich der weiterführenden Schulen auf den Schultern der Realschulen plus liegt.

Momentan ist kein rechter Plan erkennbar, wie wir Deutsch als Zweitsprache-Unterricht gestalten. Es fehlen die Leute. Was muss sich verändern in der Lehrer- und Erzieherausbildung?


Ich habe junge Studierende erlebt, aber das geht nur in den Universitätsstädten, die Deutsch als Zweitsprache in den Schulen nachmittags unterrichtet haben. Das wäre auch eine Ressource. Dennoch habe ich begrüßt, dass die Ministerin die pensionierten Lehrer, die in diesem Bereich unterwegs waren, angesprochen hat, ob sie nicht bereit wären, Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten. Eine ganze Reihe haben das Angebot ja auch wahrgenommen, andere beraten als „Senior ExpertIn“. Aber wir brauchen grundsätzlich auf diesem Gebiet mehr Fort- und Weiterbildung. Immerhin gibt es mittlerweile eine ganze Menge guter Lehrwerke, Portale und Apps für Deutsch als Zweitsprache, die auch für Laien und das Selbststudium geeignet sind.

Ja, das konnte ich auch auf der diesjährigen Didacta in Köln beobachten. Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache ist ein Schwerpunkt schulischer Bildung geworden.
Kommen wir zum Islam, den viele Flüchtlinge mitbringen. Welche Bedeutung hat der Islamunterricht künftig an unseren Schulen?


Das Land Rheinland-Pfalz hat noch unter Kurt Beck eine vertragliche Vereinbarung mit den muslimischen Vereinbarungen angestrebt, die schon recht weit gediehen ist. Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Jahren eine Vereinbarung mit muslimischen Gemeinschaften geben wird. Ich halte es für wichtig, dass Kinder, deren Herkunft durch den Islam geprägt ist, ihre Wurzeln auch kennenlernen. Ich bin Ethiklehrerin (neben Deutsch und Philosophie) und hätte mir auch früher schon einen stärkeren interkulturellen, religiösen Austausch im Ethikunterricht gewünscht. Religionskunde ist dort fest verankert, aber ich kann verstehen, dass Eltern ihre Kinder muslimisch unterrichten lassen, damit sie mehr über die eigene Religion erfahren. Allerdings sollten wir unbedingt daran festhalten, den Islamunterricht nur auf Deutsch stattfinden zu lassen und ihn auch zu öffnen für nichtmuslimische Kinder und Jugendliche. In der MSS darf man ja bereits einen Kurs einer anderen Konfession bzw. in Ethik besuchen. Ich finde das gut, wenn ein Katholik oder Protestant in den Islamunterricht geht.
Der Wissenschaftsrat hat einige Hochschulen identifiziert, die eine gute Ausbildung für Islamlehrer*innen garantieren, außerhalb von Rheinland-Pfalz. Unsere Lehrkräfte kommen aus Karlsruhe. Sie unterrichten bislang in einigen wenigen Schulen in der Vorderpfalz. Sicher wird in den kommenden Jahren hier steigender Bedarf sein.

Kommen wir zu einer anderen schulischen Weiterentwicklung in Rheinland-Pfalz, zur inklusiven Schule. Es gibt Studien, z. B. die Studie „Geschwind“ aus der Universität Landau, wonach Rheinland-Pfalz mit 80 Prozent der lernbeeinträchtigten Kinder an der Spitze in Deutschland liegt. Wie sieht es mit der ganzen Bandbreite der Behinderungen aus? Wo sehen Sie da auch Grenzen der Inklusion?

Wir haben mit dem Wahlrecht einen Status gesetzt, wo die Eltern gefragt sind, ob sie sich für eine Förder- oder seine Schwerpunktschule für ihr Kind entscheiden. Ich kenne keine Grenzen der Behinderungen für die Inklusion. Wir haben im Wilhelm-Remy-Gymnasium in Bendorf schwerstbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche, die zum Abitur geführt werden, aber auch Schwerpunktschulen belegen, dass Inklusion für alle Formen von Beeinträchtigung erfolgreich gelingen kann.
Ich bin für „eine Schule für alle“, aber ich würde die Eltern nicht zwingen, ihre beeinträchtigten Kinder unbedingt dort anzumelden. Wir brauchen gute Schulbeispiele und erfolgreiche Biografien, damit die Eltern mutiger werden, und wir brauchen die berühmte Haltungsänderung in der Gesellschaft. Es sind einfach noch zu viele Eltern gegen die gemeinsame Beschulung und auch Lehrer*innen, weil sie Ängste in sich tragen. Die Lehrer*innenausbildung muss hier eine andere werden, vielleicht nach dem Vorbild von Berlin. Wir müssen deutlich machen, dass Elemente der Förderschulpädagogik für alle Lehrer*innen wichtig sind, und zwar nicht nur methodisch-didaktisch, sondern auch von emotionaler Seite. Wir sind schulisch zu stark auf kognitive Fähigkeiten ausgerichtet. Wir müssen achtgeben, dass die motorischen, emotionalen und sozialen Kompetenzen nicht verloren gehen.

Das alles kostet ja viel Geld. Wollen die Grünen trotzdem an der Schuldenbremse festhalten?

Die Schuldenbremse ist ohne uns beschlossen worden, aber dennoch würde ich das Geld woanders suchen. Wir wissen alle, dass der Bund 20 Milliarden mehr hat als erwartet, deshalb setze ich auf die Aufhebung des Kooperationsverbots. Der Bund ist in der Pflicht, denn das ist Sozialprävention. Wenn Kinder eine gute Ausbildung bekommen, wird dafür gesorgt, dass sie später gut Geld verdienen können. Es war ein Fehler, das Kooperationsverbot nur für die Hochschulen aufzuheben, man müsste das eben auch für Kita, Ganztagsschulen usw. tun, und wir brauchen richtige Mensen, wo frische und gesunde Nahrung angeboten wird. Essen und gesunde Ernährung müssten auch in den Lehrplan aufgenommen werden.

Ein anderer Punkt. Der Reichtum nimmt zu bei uns, die Schere zwischen arm und reich öffnet sich seit Jahren immer weiter. Warum kann man diese vielen reichen Leute nicht an der staatlichen Bildung kostenmäßig beteiligen? Diese Reichen geben beispielsweise Millionen privates Geld für die Nachhilfe ihrer Kinder aus.

Das könnte man. Ich finde, Bildung sollte steuerfinanziert sein, und ich finde es falsch, dass der höchste Steuersatz bei 52 000 Euro Einkommen liegt; darüber hinaus bräuchte es für höhere Einkommen höhere Steuern. Ebenso brauchen wir eine Vermögenssteuer. Auch die Familien, die keine Kinder haben, müssen sehen, dass sie sich am Staat und an der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung beteiligen müssen und das Bildungssystem eben mitfinanzieren.

Nach den Vorhersagen wird es im nächsten Landtag statt drei, vielleicht fünf oder sechs Parteien geben. Rot-Grün könnte dann den Kürzeren ziehen. Es gäbe aber vielleicht eine Chance für Rot-Rot-Grün oder für Schwarz-Grün. Wie stehen Sie dazu?

Es ist ja interessant, dass Die Linken in Sachen Bildung uns sehr nahe stehen, aber sie wollen keine Regierungsverantwortung übernehmen. Und da muss ich sagen, wer Forderungen an das System stellt, aber nicht bereit ist, sie einzulösen, den kann ich nicht ernstnehmen. Rot-Rot-Grün wird es dann eben nicht geben können.
Schwarz-Grün ist, was die Schnittmenge in der Bildungspolitik angeht, die schlechteste Variante. Bei der FDP gibt es zaghafte Ansätze, mit denen man sich vielleicht arrangieren könnte, z. B. was berufliche Bildung angeht. Die Ampel wäre aber immer noch, jedenfalls in meinen Augen, die bessere Variante als eine große Koalition.

Welche Ziele wollen Sie auf jeden Fall erreichen, egal in welcher Regierungskoalition?

Ich möchte den Einstieg in die Stufenlehrerausbildung und mehr Demokratie in der Schule. Und ich kämpfe für mehr Bildungsgerechtigkeit. Das sind die drei wichtigsten Punkte. Mir wäre aber wichtig, dass jede Schule, die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler mehr Freiräume für ihre Gestaltung bekommen. Ich komme aus der Jugendarbeit, und da war es enorm wichtig, unser eigenes Ding zu machen.

Und wo bleibt die „Schule für alle“?

Sie bleibt das Vorbild und das Ziel für uns Grüne. Und in dieser Schule müssen dann alle Lehrerinnen und Lehrer gleich behandelt und gleich bezahlt werden, und das geht nur über die Stufenlehrerausbildung.

Eine ganze Legislaturperiode sind die Grünen in der Regierung von Rheinland-Pfalz. Wo haben Sie Spuren hinterlassen, wo ist Ihre Handschrift sichtbar?

Wir sind mit der SPD vor fünf Jahren angetreten, um den sozial-ökologischen Wandel anzugehen, und wir haben vieles erreicht. Das fängt mit der Energie an: Wir haben mehr erneuerbare Energien, und auch wenn es im Einzelfall immer wieder Streitereien gibt, ist bei der Stromerzeugung viel worden, bei der Wärmegewinnung geht noch deutlich mehr.
Wir sind mit der Friedensakademie in Landau einen wichtigen Schritt gegangen, auch wenn das Institut mehr in die Forschung geht, muss man überlegen, ob man nicht mehr Friedenskräfte heranbilden muss. Denn wenn man auf Syrien blickt und die Flüchtlingsströme, dann sind das Herausforderungen auch in der Befriedung der Kriegsregionen, die uns sicher die nächsten Jahrzehnte begleiten werden und die lassen sich nicht mit Militär bewerkstelligen.

Es ist halt so mit der Akademie, dass sehr viel Vorträge gehalten werden. Müsste man nicht mehr an die Konfliktherde herangehen und vor Ort Frieden stiften, Leute ausbilden, die in den Krisengebieten aktiv werden?

Es war ja die Grundidee von Roland Vogt und Friedel Grützmacher u. a.Leute auszubilden und in Krisengebiete zu schicken, um Konfliktsituationen durch die Anwesenheit von Friedensarbeitern zu entschärfen. Das Andocken an die Universität hat Vor- und Nachteile. Vorteil: die Friedensarbeit wird stärker wahrgenommen und wissenschaftlich verankert, der Nachteil ist, dass die Praxis der Friedensarbeit nicht so wirkungsvoll gestaltet wird, wie es wünschenswert wäre.

Welche Ziele, die Sie sich vorgenommen haben, haben Sie nicht erreicht?

Viel erreicht haben wir in der Umweltpolitik etwa durch den Nationalpark, auch ein Schritt, den die CDU im Saarland zwar gut findet, nicht aber die in Rheinland-Pfalz. Die hätten wir gern im Boot, in den Kommunen funktioniert das, die Landesebene ist wenig einsichtig.
Politik ist ein mühsames Geschäft. Wenn Kommunen und Land unterschiedliche Farben tragen, sind Blockaden schwer vermeidbar, schrägstes Beispiel ist die gescheiterte Kommunalreform in den VG Maikammer und Edenkoben. Hier bräuchte es mehr Mut statt der Trippelschritte!

 

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