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Schulbuchausleihe - für Grundschulen nicht geeignet

Die Fachgruppe Grundschule hat sich mit der Umfrage des Hauptpersonalrats Grundschule zum Thema Schulbuchausleihe beschäftigt, an der sich 65 % der Grundschulen beteiligt haben. Die Fachgruppe hat daraus Forderungen herausgearbeitet, die sie in ihrer gewerkschaftlichen Arbeit verfolgen wird:

18.03.2014

Die Auswertung der Umfrage zur Schulbuchausleihe in den Grundschulen hat ergeben:

Die meisten Schulen sehen in der Schulbuchausleihe:
1.    eine enorme zusätzliche Arbeitsbelastung für Schulsekretärinnen sowie Schulleitungen.
2.    eine Behinderung des individuellen Lernens und Arbeitens,
3.    eine Beschneidung des pädagogischen Freiraums,
4.    eine Beeinträchtigung des Methodenlernens,
5.    eine unnötige Erhöhung der Kopierkosten

zu 1:  
Die Argumente zeigen uns klar und deutlich, wie brisant, aktuell und vielfältig das Thema der Schulbuchausleihe ist. In ihrer jetzigen Form ist sie für die Grundschulen eine unpraktikable Lösung.
Eine erhebliche Belastung ist z.B. die Bestellung bzw. Neubestellung von Arbeitsheften und ergänzendem Verbrauchsmaterialien durch die Schulsekretärinnen. Durch die mangelhafte Ausstattung der Grundschulen mit Schulsekretärinnenstunden ist dieser Verwaltungsaufwand nicht zu leisten. Dies gelingt nur durch Überstunden der  Sekretärinnen. Diese müssten dann  im laufenden Betrieb abgebaut werden, was zu einer zusätzlichen Mehrbelastung der Schulleitungen führt.

zu 2, 3, 4:   
Individuelles, differenziertes Lernen erfordert entsprechend angepasste Arbeitsmaterialien. Zum Methodenlernen gehört elementar der Umgang mit Texten (Informationen unterstreichen, Bearbeitetes durchstreichen, eigene Bemerkungen einfügen etc.)

Die Schulbuchausleihe ist jedoch eine wichtige sozialpolitische Entscheidung. Es ist  richtig, dass Eltern durch die Schulbuchausleihe finanziell entlastet werden.

Die GEW fordert:

Das derzeitige Verfahren muss gänzlich modifiziert oder neu überdacht werden.
Es wäre konsequenter, wenn, wie in andern Bundesländern auch, die Kosten für Schulbücher, Arbeitshefte u.ä. vom Land übernommen würden mit Organisationsformen, die die Schulen nicht zusätzlich belasten.

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