GEW Rheinland-Pfalz
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Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Für Frieden und Abrüstung!

GEW zum Antikriegstag

30.08.2019

Anlässlich des Antikriegstages am 1. September sowie zahlreicher aktueller bewaffneter Konflikte welt­weit fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz, Friedenserziehung an den Schulen deutlich zu stärken. Wichtig sei dabei nicht nur, Unterrichtsmaterialien zur Friedenserziehung vorzuhalten und weiter zu entwickeln, sondern einen Beitrag zur Werte- und zur Friedenserziehung zu leisten und den Schülerinnen und Schülern den konstruktiven Umgang mit Konflikten nahe zu bringen.

Landesvorsitzender Klaus-Peter Hammer: „Es gibt an unseren Schulen zu dieser Thematik bereits hervor­ragende Projekte wie die Streitschlichter-AGs, in denen Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie Konflikte zwischen Mitschülerinnen und Mitschülern selbst lösen können. Planspiele zur Friedensbildung, wie sie
z. B. durch das Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz zur Durchführung an den Schulen angeboten werden, sind geeignete Beispiele zur Friedenserziehung. Solche Ansätze müssen weiter ausgebaut und unterstützt werden.“

Insgesamt brauche das Thema Friedenserziehung einen festen Platz in den Curricula und bei der Ausbil­dung von Lehrkräften. Darüber hinaus fordert die GEW, dass Werbemaßnahmen der Bundeswehr bei Minderjährigen künftig unterbleiben und schon gar nicht an Schulen stattfinden sollen. Die vom Land mit der Bundeswehr abgeschlossene Kooperationsvereinbarung müsse überdacht werden. Hammer: „Die politische Bildung – auch in Fragen der Sicherheitspolitik – gehört in die Hand der dafür ausgebildeten pädagogischen Fachleute und nicht in die von Jugendoffizieren.“

Die GEW betont: Lehrkräfte entscheiden souverän, ob sie in ihrem Unterricht externen Sachverstand hin-zuziehen wollen oder nicht, denn Lehre­rinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lernen, ihre Kernaufgabe ist die gezielte und nach wissenschaft­lichen Erkenntnissen gestaltete Planung, Organisation und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie ihre individuelle Bewertung und systemische Evaluation. Sie erziehen ihre Schülerinnen und Schüler zu demokratischem Handeln, Kritikfähigkeit, Gewaltfreiheit und Toleranz und beteiligen sie an allen wichti­gen Entscheidungen der inhaltlichen und methodischen Gestaltung des Lernens. Hierfür bedürfe es keines Kooperationsabkommens mit der Bundeswehr.

 

 

Mainz, 30. August 2019

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