Zum Inhalt springen

#GEWTAG22

Für eine Schule für alle vor Ort

Die GEW fordert Kultusministerien und Träger auf, endlich an allen Schulen die Bedingungen für inklusiven Unterricht zu schaffen – und hilft mit einem Leitfaden.

Gewerkschaftstag 2022 in Leipzig (Foto: Kay Herschelmann)

Barrierefreie Eingänge, Ruhezonen, Sporträume, aber auch Konzepte für Gesundheitserziehung oder gelebte Demokratie – die GEW verabschiedete auf ihrem Gewerkschaftstag einen Katalog von Kriterien und Standards, die inklusive Schulen erfüllen müssen. Nur wenn diese baulichen, räumlichen und pädagogischen Voraussetzungen über einen kommunalen Schulentwicklungsplan festgelegt würden, könne jede Schule vor Ort allen Kindern und Jugendlichen Teilhabe an einem hochwertigen Unterricht ermöglichen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.

„Zweitselektivstes Schulsystem Europas“

„Dieser Kriterienkatalog ist eine Ausbuchstabierung für Schulen vor Ort, was sie brauchen“, so eine Delegierte. Die Hilfestellung für Kultusministerien und Schulträger tue not: Deutschland habe das zweitselektivste Schulsystem Europas – nach Belgien. Inklusion werde in Deutschland von Bundesland zu Bundesland, von Ort zu Ort unterschiedlich umgesetzt, „auch verhindert“.

Die GEW hat in den zurückliegenden 20 Jahren mehrere Beschlüsse zum gemeinsamen Unterricht aller Schülerinnen und Schüler verfasst. Basis hierfür sind die UN-Kinderrechtskonvention, die UN-Behindertenrechtskonvention sowie das in Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte genannte Recht auf Bildung.
Die Bundesrepublik hat sich verpflichtet, diese Erklärungen in Schulen verbindlich umzusetzen. Hierfür sind in den einzelnen Bundesländern die Kultusministerien und die Schulträger zuständig.

Die beschlossenen Anträge lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch nicht in der finalen Fassung vor. Sie werden im Laufe der kommenden Tage hier veröffentlicht.