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Soziale Arbeit ist auch politische Arbeit

Maria Schäfer vom GEW Bezirk Koblenz hat auf einer Podiumsdiskussion an der Hochschule Koblenz dafür plädiert, bei Problemlösungsstrategien die jeweiligen Ursachen stärker in den Blick zu nehmen. Sie warnte vor ca. 50 Studierenden davor, soziale Arbeit vornehmlich an verwaltungstechnischen und ökonomischen Zielsetzungen zu orientieren. „ Wenn Arbeitslosigkeit, Armut, Alkoholismus oder ein fehlender Kita-Platz Auslöser eines Problems sind oder ein vorhandenes Problem verschärfen, müssen auch diese Aspekte mit in den Blick genommen werden, wenn soziale Arbeit wirken soll. Soziale Arbeit und politische Arbeit sehe ich deswegen als zwei Seiten derselben Medaille.“, meint die ehrenamtlich tätige Gewerkschaftsvertreterin.

23.01.2018

Schäfer, die hauptberuflich in einer Lebensberatungsstelle arbeitet, setzte sich zudem für eine Ausweitung von präventiven Maßnahmen in der Kinder- und Jugendarbeit ein. „Sobald etwas passiert ist, ist es zu spät. Jugendhilfemaßnahmen müssen deshalb stärker im Vorfeld verankert sein. Kostenfreie Kita-Plätze, flächendeckende Ganztagsschulangebote und Schulsozialarbeit an jeder Schule sind unverzichtbar.“ Darüber hinaus fordert Schäfer, dass die Jugendämter im Land bei der Vergabe von Maßnahmen an freie Träger strikt auf die Qualität der Angebote achten. „Nicht der billigste Anbieter sondern der beste sollte mit einer Hilfemaßnahme beauftragt werden.“ Dumping-Preise hätten in der Jugendhilfe nichts zu suchen. In diesem Arbeitsfeld dürfe es nur gut qualifizierte Kräfte geben, die zudem nach Tarif bezahlt werden müssten. Nur Kontinuität in der personellen Besetzung mache es möglich, Bindungen zwischen den Fachkräften und den Klienten zu schaffen, ergänzte die Gewerkschafsfrau. Die GEW wird am 16.3.2018 eine weitere eigene Veranstaltung aus dem Bereich Jugendhilfe durchführen. Das Thema lautet: Soziale Arbeit und Betriebswirtschaft.

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