GEW Rheinland-Pfalz
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Öffentliche Erklärung der GEWSolidarität hat keine Grenzen

In Rheinland-Pfalz geschehen tagtäglich rassistisch motivierte Straftaten. Die Bildungsgewerkschaft GEW bezieht klar Position gegen Hass und Gewalt, welcher auch insbesondere durch die Corona-Krise deutlich zunimmt. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15.-28. März 2021 stellt die Gewerkschaft klar, dass Rassismus niemals unbeantwortet bleiben darf.

15.03.2021

Weiter heißt es in der Erklärung der GEW:

In einer Synagoge wird ein Hakenkreuz an die Wand geschmiert, einer Frau wird auf offener Straße das Kopftuch heruntergezerrt, ein schwarzer Sportler wird rassistisch beschimpft, die Scheibe einer Moschee wird eingeschlagen, ein Kind wird aufgrund seines Aussehens von anderen bespuckt: Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Meistens finden diese alltäglichen rassistischen Gewalttaten keine öffentliche Aufmerksamkeit. Dennoch geschehen sie auch in Rheinland-Pfalz tagtäglich. Im Jahr 2018 gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik 698 Fälle, welche politisch motivierter Kriminalität aus „Phänomenbereich „Rechts“ (PMK-Rechts)“ zugeordnet wurden. Das sind nahezu zwei Fälle pro Tag und nur die offiziellen Zahlen, die Dunkelziffer ist deutlich höher.

In Deutschland werden tagtäglich Menschen beleidigt, angegriffen – oder sogar getötet, einzig und allein wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Religion. Und dabei wirkt die Corona-Krise laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wie ein Brandbeschleuniger für die Diskriminierung einzelner Gruppen. Die Stelle verzeichnete 2020 eine starke Zunahme von Diskriminierungsfällen, bei rassistischen Diskriminierungen von über 70 Prozent. „Besonders besorgniserregend dabei ist, dass vermehrt auch Kinder und Jugendliche sowie Kolleginnen und Kollegen in Bildungseinrichtungen von rechtsmotivierten verbalen und tätlichen Angriffen betroffen sind.“, sagt Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz.

Die GEW Rheinland-Pfalz, in welcher Beschäftigte aus allen Bildungsbereichen organisiert sind, solidarisiert sich mit den Opfern rechter Gewalt und stellt sich an die Seite der Betroffenen. „Rassismus darf niemals unbeantwortet bleiben. Gerade Bildungseinrichtungen müssen Schutzräume sein und allen Kinder und Jugendlichen demokratische Werte und politische Bildung fördern und vorleben.“, führt Hammer aus. Die Gewerkschaft setzt sich dafür ein, dass Themen wie Demokratieerziehung und Förderung interkultureller Kompetenzen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrer*innen und pädagogischen Fachkräften aufgenommen und fest verankert werden. „Diese Inhalte müssen in den pädagogischen Konzepten sämtlicher Bildungseinrichtungen, sowie den Stundentafeln der Lernenden fest verankert werden.“, so Hammer weiter.

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15. bis 28. März 2021 finden zahlreiche Veranstaltungen unter dem Motto „Solidarität. Grenzenlos.“ digital statt.