GEW Rheinland-Pfalz
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Gewerkschaftstag im Zeichen von Wahlen und Antragsberatungen

Am zweiten Tag des Gewerkschaftstages standen die Fortsetzung der Antragsberatungen und die Neuwahl des Landesvorstands im Mittelpunkt. Klaus-Peter Hammer (53) wurde erneut zum Vorsitzenden der Bildungsgewerkschaft GEW in Rheinland-Pfalz gewählt worden. Sylvia Sund und Sabine Weiland wurden als Stellvertreterinnen bestätigt.

24.05.2016

Hammer erhielt 124 von 125 der Delegiertenstimmen und damit eine überragend große Zustimmung. Hammer, der in Waldfischbach-Burgalben lebt, geht in seine dritte Amtsperiode als Vorsitzender. In seiner Rede vor den rund 170 Delegierten und Gastdelegierten erläuterte Hammer die hohen Anforderungen an das rheinland-pfälzische Bildungswesen. „In diesem Zusammenhang spielt die Bildungsfinanzierung eine zentrale Rolle“, so Hammer wörtlich. „Denn nur mit einer deutlich besseren personellen Ausstattung und klaren Beschäftigungsverhältnissen können wir beispielsweise den durch Zuwanderung und Inklusion gestiegenen Anforderungen voll gerecht werden.“ Deutlich kritisierte er die Schuldenbremse als Fessel, die wichtige und notwendige Reformen verhindere. „Folgen wir den Diskussionen um die angeblich hohen Ausgaben im Bildungsbereich, gewinnen wir den Eindruck, es ginge hier nur um Zahlen. In Wirklichkeit geht es aber um Menschen und ihr Entwicklungspotenzial. Was wir heute in Bildung, Integration und Inklusion investieren, wird sich auch für unsere Zukunft mehr als bezahlt machen. Daher fordere ich heute die neue Landesregierung auf, einen neuen Kurs einzuschlagen und die Etats für den Bildungsbereich deutlich auszuweiten.“

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde erneut Sylvia Sund aus Zemmer gewählt. Die Förderschullehrerin hat das Amt einer Stellvertreterin seit 2004 inne und zeichnet in der GEW für zahlreiche Arbeitsschwerpunkte verantwortlich. Dazu zählen beispielsweise die Personalrätearbeit, das Thema gelingende Inklusion oder die Lobbyarbeit in Parteien und Ministerien. Außerdem verantwortet Sylvia Sund die Tarifarbeit der GEW im Bereich der Länder.

Sabine Weiland wurde ebenfalls erneut zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Berufsschullehrerin hat in der zurückliegenden Wahlperiode die Personalratswahlkommission geleitet und den Personalratswahlkampf 2013  erfolgreich gemanagt. Außerdem gehört die Organisation von Fachtagungen, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung, zu ihren Aufgaben. Sabine Weiland, die in Frankenthal lebt, gilt in der GEW auch als eine Expertin im Bereich der Lehrkräfteeingruppierung.

Heinz Winter aus Mainz-Kastel ist alter und neuer Leiter des Vorstandsbereichs Finanzen und Mitgliederverwaltung. Winter verwies in seiner Bewerbungsrede auf eine positive Haushaltsentwicklung der GEW, die er auf gestiegene Mitgliederzahlen und die ordentlichen Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre zurückführt. Die Delegierten wurden auch darüber informiert, dass die GEW Rheinland-Pfalz eine Immobilie erworben hat und 2017 in eine eigene Geschäftsstelle einziehen wird. Zum Stellvertreter wurde Ludwig Julius aus Mainz gewählt.

Elena Jung aus Mainz und Tobias Hase aus Eisenberg wurden für den Vorstandsbereich Aus-, Fort-, und Weiterbildung gewählt. Dieser Vorstandsbereich wurde auf dem Gewerkschaftstag neu eingerichtet und mit einer Lehrerin und einem Erzieher besetzt.

In den Vorstandsbereich Schulen wurden Stefan Jakobs, Förderschullehrer aus Heidesheim, Eva Ockenfuß-Boese, Gymnasiallehrerin aus Lambrecht und Barbara Peitz aus Cochem gewählt. Barbara Peitz arbeitet als Lehrerin an einer Integrierten Gesamtschule.

Christiane Grenda, Grundschullehrerin aus Mainz, Alexander Witt, ehemalige Realschullehrkraft aus Stadecken-Elsheim und Realschullehrer Christian Diehl aus Worms leiten zukünftig den Vorstandsbereich Tarif- und Beamtenpolitik. Das Team wird eine tarifpolitische Grundschulung für GEW-Mitglieder durchführen, um für eine breitere Basis in der Tarifarbeit zu sorgen. Außerdem geht es dem Vorstandsbereich darum, die Beamtenpolitik in der GEW fortzuentwickeln.

In den Vorstandsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung wurden die Berufsschullehrkräfte Daniela Bartkus-Börder aus Bad Kreuznach, Dr. Sarah Al-Heli und Georg Feyrer aus Mainz gewählt.

Den Vorstandsbereich Gewerkschaftliche Bildung leitet wiederum Elisabeth Orth-Jung, ehemalige Förderschullehrerin aus Bad Kreuznach. Elisabeth Orth-Jung legte den Delegierten das neue Bildungsprogramm der GEW vor, das ab sofort in anderer Form und neuem Layout erstellt und veröffentlicht wird. Als Stellvertreterin wurde Lina Held, Realschullehrerin aus Schauren gewählt.

Die Wahlen werden am morgigen Dienstag fortgesetzt.

Unter den  zahlreichen Anträgen, die beschlossen worden sind, waren unter anderen Anträge zu den Themen Senkung der Unterrichtsverpflichtung, Wiedereinführung der Altersermäßigung, Lebensphasengerechtes Arbeiten, Arbeits-und Gesundheitsschutz, Gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit, Vertretungsverträge über die Sommerferien hinweg, Fortführung der Altersteilzeit, Zusatzqualifikation für Pädagogische Fachkräfte an Schulen, Verbesserung der Ausbildungsbedingungen im Vorbereitungsdienst, Absenkung von Klassenmesszahlen, Schulbesuch von Flüchtlingen, Ausbau der Schulsozialarbeit, mehr Mittel für Weiterbildung oder Festschreibung eines Bundesqualitätskitagesetzes.

Große Aufmerksamkeit hat ein Antrag zum Thema Zunehmende Digitalisierung in der Arbeits- und LebensweltIndustrie 4.0 – Arbeit 4.0 - Bildung 4.0 besondere Beachtung gefunden. In der Antragsberatung wurde deutlich, dass Beschäftigte in Bildungs- und Erziehungsberufen von dieser Entwicklung in ihren Arbeitsfeldern besonders betroffen sind. Denn Kinder und Jugendliche benötigen Kompetenzen und Fähigkeiten, die einen produktiven und verantwortlichen Umgang mit neuen Techniken und in der Folge mit gesellschaftlichen Umbrüchen ermöglichen. Die Delegierten waren sich einig, dass die GEW gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften im DGB mehr Einfluss in diesem Prozess gewinnen müssen. 

Fortgesetzt wird der Gewerkschaftstag mit einem politischen Abend, zu dem auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erwartet wird. Außerdem findet eine Podiumsdiskussion mit den bildungspolitischen Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsparteien und der CDU statt.

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