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Gewerkschaften wollen Fachkräftestrategie für Öffentlichen Dienst

12.01.2018

Die Einzelgewerkschaften im DGB haben sich gemeinsam mit ihrer Dachorganisation in einem Brief an Ministerpräsidentin Dreyer gewandt und auf Probleme aufmerksam gemacht, die bei der Wiederbesetzung von Stellen im Öffentlichen Dienst zu beobachten sind.

„Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am „Ovalen Tisch“ Rheinland-Pfalz haben wir uns engagiert an der Fortschreibung der Fachkräftestrategie für unser Land beteiligt. An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei Ihnen und den beteiligten Häusern für das Engagement in dieser wichtigen Angelegenheit bedanken. Heute wenden wir uns wegen einer ähnlichen Problematik im öffentlichen Dienst an Sie. Insbesondere im IT-Bereich aber auch bei den Ingenieurinnen und Ingenieure, den technischen Berufen und in der Verwaltung bestehen zunehmend Probleme, Stellen zu besetzen bzw. die Stellen Inhaberinnen und Inhaber im öffentlichen Dienst langfristig zu binden. Hierbei spielen sowohl die Konkurrenz zur privaten Wirtschaft als auch die Konkurrenz der öffentlichen Arbeitgeber untereinander eine zunehmende Rolle. Durch die Trennung der Tarifgebiete (TV-ÖD und TV-L) und die unterschiedliche Entgelt- und Besoldungsentwicklung wird diese Situation zusätzlich verschärft. Wir erleben mittlerweile in unterschiedlichen Bereichen, dass entweder Stellen gar nicht besetzt werden können oder dass Kolleginnen und Kollegen von anderen Dienstherrn (z. B. dem Bund) abgeworben werden. Wir sehen diese Entwicklung mit großer Sorge. Aus unserer Sicht ist nicht absehbar, dass sich die Situation zukünftig entspannt, wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird. Ohne weitere Maßnahmen werden wir abgehängt und gehören zu den Verlierern des föderalen Wettbewerbs. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich mit uns im Rahmen eines Spitzengespräches auszutauschen und mögliche Lösungsansätze zu erörtern. Bereits bei dem „Ovalen Tisch“ zur Fortschreibung der Fachkräftestrategie hat sich gezeigt, dass eine gemeinsame und konstruktive, inhaltliche Auseinandersetzung zielführend ist.Rheinland-Pfalz hat einen hochleistungsfähigen öffentlichen Dienst mit motivierten Beschäftigten, die dafür sorgen, dass die öffentliche Verwaltung über unsere Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf genießt. Dies dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Ihr Einverständnis vorausgesetzt, wird sich das Büro des DGB Landesvorsitzenden Dietmar Muscheid mit Ihrem Büro wegen einer Terminvereinbarung in Verbindung setzen.
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Muscheid (DGB), Ernst Scharbach (GdP), Klaus-Peter Hammer (GEW), Michael Blug (ver.di)“
 

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