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GEW kritisiert Abschaffung der AG Sonderpädagogik an der Uni Mainz

Die Landesfachgruppe „Sozialpädagogische Berufe“ der GEW Rheinland-Pfalz kritisiert die Abschaffung der AG Sonderpädagogik an der Uni Mainz scharf. Sie bewertet den Beschluss von Ministerium und Universität als „Katastrophales Signal, welches Rheinland-Pfalz in der wissenschaftlichen Perspektive und in der Umsetzung eines gesamtgesellschaftlichen Inklusionsprozesses um Jahre zurückwirft!“

14.12.2017

Wie kaum ein anderes Themenfeld in der pädagogischen Praxis erfordert Inklusion Ressourcen und eine professionelle Haltung für ein gutes Gelingen. Für uns als GEW Rheinland-Pfalz, die Bildungsgewerkschaft im DGB, ist Inklusion keine Dienstleitung oder Wohltat, die einer bestimmten Personengruppe entgegengebracht wird. Inklusion ist für uns ein verpflichtendes Menschenrecht, dass sich durch alle Ebenen unserer Gesellschaft zieht.
Aus dieser Überzeugung heraus und mit den Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis ist es für uns als Landesfachgruppe „Sozialpädagogische Berufe“ unverständlich, wie der Universitätsstandort Mainz, der durch die AG Sonderpädagogik eine wissenschaftliche Expertise zur Inklusion entwickeln konnte, diesen pädagogischen Schatz nun aufgeben will anstatt die Chance einer Weiterentwicklung zu nutzen.
Das Signal an die pädagogische Praxis, in der Kolleg*innen in Kindertagesstätten und Schulen durch Fachlichkeit, Empathie und Haltung die politischen Versäumnisse der letzten Jahrzehnte auszugleichen versuchen, ist fatal.
„Das Land muss sich klar zur Inklusion bekennen und den warmen Worten auch Taten folgen lassen. Die Abschaffung der AG Sonderpädagogik, ohne eine fachliche Alternative für die (Sonder-)Pädagogischen Inhalte aufzuzeigen und den Schwerpunkt der Inklusion mit den Studierenden zu entwickeln, ist ein Rückschritt mit schwerwiegenden Konsequenzen“ so die Vorsitzenden der Landesfachgruppe einstimmig.
Die Landesfachgruppe „Sozialpädagogische Berufe“ der GEW Rheinland-Pfalz fordert die JGU und das zuständige Wissenschaftsministerium deshalb dazu auf, in einem konstruktiven Prozess mit den Studierenden, die Inhalte des neu zu organisierenden Studienganges zu entwickeln, sich den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen und neben den Interessen der Hochschule auch die Bedürfnisse der Studierenden und der pädagogischen Praxis im Blick zu behalten. Dabei muss die bisherige Expertise konstruktiv eingebaut werden, die wissenschaftliche Arbeit innerhalb des Themenfeldes der Inklusion sichergestellt und in der inhaltlichen Ausgestaltung Wiedererkennung finden.

Alessandro Novellino, Kathrin Gröning und Christine Münch (Fachgruppe Sozialpädagogische Berufe)

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