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Gegen das Vergessen | Film/Gespräch

Vorstellung des Bildungsprogramms zum Projekt GEGEN DAS VERGESSEN

Dokumentarfilm mit Vorstellung des Bildungsprogramms von GEGEN DAS VERGESSEN

In GEGEN DAS VERGESSEN reist der deutsch-italienische Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano um die Welt, um Holocaustüberlebende zu treffen und sie für die Ausstellung zu fotografieren. Im Laufe dieser Reisen entstand der Dokumentarfilm, der den Menschen eine Stimme und ein Gesicht gibt, die Konzentrationslager überlebten, für Jahre untertauchen mussten, flüchteten oder Todesmärsche überstanden.

Während der ersten Treffen wurde bereits klar: Dies wird mehr als nur ein kurzfristiges Projekt werden. So begann die mitreißende Reise zwischen Hoffnung und Angst. Im Angesicht finanzieller, emotionaler und logistischer Herausforderungen wird Luigi Toscano immer wieder an seine eigenen Grenzen gebracht.

“Wie konnten diese unvorstellbaren Naziverbrechen geschehen? Was können wir tun, damit so etwas nie wieder passiert?” Diese Fragen ließen Luigi Toscano nie los, seit er als Jugendlicher Auschwitz besucht hatte. Der Film folgt dem Künstler nach Russland, in die Ukraine, nach Israel, in die Vereinigten Staaten und durch Deutschland.

Toscano begegnet den Protagonisten bei einer Tasse Tee und spricht stundenlang mit ihnen. Erst nachdem ein Vertrauensverhältnis aufgebaut ist, beginnt er, seine Ausrüstung aufzubauen und das Foto der Überlebenden in ihren persönlichen Räumen aufzunehmen – im Wohnzimmer, in Küchen, Schlafzimmern oder Fluren. Die Kamera fängt die Gesichter aus nächster Nähe ein. Die Blicke durchdringen uns und warnen uns, ohne Worte. Mit poetischen und emotionalen Mitteln kämpft die Ausstellung und der Film für Respekt, Menschlichkeit und GEGEN DAS VERGESSEN.

Mit dem berühmten Zitat von George Santayana warnte die Überlebende Susan Cernyak-Spatz Luigi Toscano bereits 2014 vor wachsendem Populismus und rechtem Gedankengut: „Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen“. Dieser Satz wurde zu einem Antrieb für das Projekt und steht als drängende, dringliche Mahnung im Mittelpunkt dieses Filmes. Er dreht sich nicht um Zahlen, Daten oder historische Dokumente. Die Stärke der Dokumentation liegt in den Augen und Stimmen der Menschen, die den Naziterror überlebten. Selbst so viele Jahre später ist es für viele unvorstellbar schmerzhaft, über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Susan Cernyak-Spatz ging Ende 2019 von uns. Das ist nicht nur ein persönlicher Verlust für ihre Familie und das Projektteam, sondern spiegelt auch die Dringlichkeit wieder: In nicht allzu entfernter Zukunft wird es keine Zeitzeugen mehr geben. Genau deswegen müssen ihre Stimmen und Geschichten gehört werden. Luigi Toscano und sein Team haben versprochen, alles zu tun, um die Erinnerung am Leben zu halten und sie vor allem jungen Menschen nahezubringen.


PL-Aktenzeichen: 22 ST 005 506

Termin
25.01.2022, 18:30 - 22:00 Uhr
Veranstaltungsort
Kino Capitol Limburgerhof
Speyerer Straße 107
67117 Limburgerhof
Teilnahmebeitrag
Eintritt 5 € für Mitglieder | 10 € für Nichtmitglieder
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Ansprechpartner_in
Ursula Jochim
Kreis Ludwigshafen/Speyer
Referent_innen
Luigi Toscano
Max Martin