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HochschulfinanzierungGEW kritisiert Unterfinanzierung der Universitäten des Landes

Die universitäre Ausbildung in Rheinland-Pfalz ist nach Auffassung der GEW chronisch unterfinanziert und genießt offensichtlich nicht den hohen Stellenwert wie in anderen Bundesländern. Diesen Schluss zieht der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Klaus-Peter Hammer, nach Durchsicht entsprechender Daten des Statistischen Bundesamtes, die jetzt veröffentlicht wurden.

11.09.2019

Pressemitteilung der GEW vom 10.09.2019 zur Hochschulfinanzierung

Universitäten in Rheinland-Pfalz nach wie vor unterfinanziert

Am 10. September 2019 hat das Statistische Bundesamt die „monetären hochschulstatistischen Kenn­zahlen“ für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die Kennzahlen geben einen Einblick, wieviel die Bundesländer in die Ausbildung ihrer Studierenden investieren.

Für Rheinland-Pfalz lässt sich feststellen: „Die universitäre Ausbildung genießt in Rheinland-Pfalz offen­sichtlich nicht den hohen Stellenwert wie in anderen Bundesländern“, so Klaus-Peter Hammer, Vorsitzen­der der GEW Rheinland-Pfalz. „Sie ist nach wie vor chronisch unterfinanziert.“

So beliefen sich die Ausgaben je Studierenden auf den Universitäten (ohne Medizin) im Jahr 2017 in Rhein­land-Pfalz auf 6.400 Euro. Damit befindet sich Rheinland-Pfalz mit Nordrhein-Westfalen (5.790 €) sowie den Stadtstaaten Bremen (5.970 €) und Berlin (6.410 €) auf den hinteren Plätzen im Vergleich aller Bun­desländer. Spitzenreiter sind Thüringen (10.030 €), sowie das Saarland und Sachsen-Anhalt mit 9.410 €.

„Die Unterfinanzierung des rheinland-pfälzischen Universitätssystems wird deutlich“, erläutert Hammer, „wenn man die Ausgaben für ein Studium betrachtet. In Rheinland-Pfalz werden, der medizinische Bereich ausgeklammert, für ein Bachelorstudium 24.100 € je Studierender bzw. Studierendem aufgewendet. Diese Summe wird nur noch von Bremen unterboten, das 22.600 € aufwendet. Rheinland-Pfalz teilt sich mit Nordrhein-Westfalen den vorletzten Platz im Vergleich aller Bundesländer. Mit über 36.000 € und damit an der Spitze liegen die Länder Sachsen-Anhalt, das Saarland und Thüringen. Diese stellen für ihre Ba­chelorstudierenden das 1,3-fache dessen zur Verfügung, was Rheinland-Pfalz ausgibt. Hier besteht in Rheinland-Pfalz dringender Nachholbedarf.“

Genauso traurig sieht es bei den Ausgaben für ein Masterstudium aus. Hier gibt Rheinland-Pfalz 16.300 € aus. Die zweitniedrigste Summe im Ländervergleich. Sie wird mit 15.600 € nur noch von Nordrhein-West­falen unterboten. Die Spitzenreiter sind Sachsen-Anhalt (25.400 €), Niedersachsen (24.400 €) und das Saar­land (24.200 €). Auch in diesem Fall mehr als das 1,3-fache dessen, was Rheinland-Pfalz für seine Master­studierenden ausgibt.

Wesentlich besser stattet Rheinland-Pfalz seine Hochschulen für angewandte Wissenschaften aus, hier liegt Rheinland-Pfalz bei den statistischen Kennziffern im Mittelfeld der Bundesländer und besser als der Bundesdurchschnitt. Das sei, so Hammer, zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer.

„Bei der gerade geführten Diskussion um die Neustrukturierung der Universitäten Koblenz-Landau und Kaiserslautern muss ganz klar auch die bessere Ausfinanzierung dieser Hochschulstandorte eine Rolle spie­len. Dies ist derzeit leider nicht erkennbar“, so Hammer abschließend.

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