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Interkulturelle Arbeit Vielfalt bereichert die Demokratie

Gleichberechtige Teilhabe und gleiche Chancen für Alle auch im Bildungssektor sowie das Recht auf Ausbildung für Alle, das waren einige Themen einer lebhaften Veranstaltung, die mit knapp 100 Teilnehmer:innen die meistbesuchte Veranstaltung und Höhepunkt der diesjährigen interkulturellen Woche war. Sie wurde durch den Beirat für Migration und Integration der Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit der GEW und dem Institut zur Förderung von Bildung und Integration veranstaltet.

30.09.2021

Die Podiumsmitglieder Daniel Baldy (SPD), Ursula Groden-Kranich (CDU), Tabea Rößner (Bündnis 90/ Die Grünen), Prof. Dr. Gerhard Trabert (unterstützt von Die Linke), Friedrich Sartorius (FDP), Klaus-Peter Hammer (Vorsitzender der GEW) und Peimaneh Nemazi-Lofink (Vorsitzende Beirat für Migration und Integration; Leiterin des Vorstandsbereichs Migration, Diversity und Antidiskriminierung der GEW) diskutierten dies unter der Moderation von Jacqueline Dreyhaupt (Hessischer Rundfunk) am 15.9.21 im Hechtsheimer Bürgerhaus.

Viele Studien u.a. PISA legen offen, dass Benachteiligung insbesondere bei Menschen, die bereits sozial benachteiligt sind, stetig zunimmt. Strukturell werde diese durch das dreigliedrige Schulsystem und Debatten um echte Reformierungen dessen, welche nunmehr seit 20 Jahren ziellos geführt werden, verstärkt, so Klaus-Peter Hammer (GEW). Bezugnehmend auf eine gleichberechtige Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Schule sprach sich Peimaneh Nemazi-Lofink (Foto) für eine Schule für Alle und mehr Individualförderung, kleinere Klassen und bessere personelle Ausstattung aus.

Ebenso positiv zur Chancengleichheit trägt die Investition in Aus-, Fort- und Weiterbildungen von u.a. Lehrkräften zu Themen wie „Interkulturelle Kompetenz“ bei, um Vielfalt verstehen und leben zu können. Auchging es um die Notwendigkeit, das sogenannte „Übergangssystem“ umzustrukturieren, damit sozial Benachteiligte darunter auch viele mit Migrationshintergrund eine echte Chance haben, einen anerkannten (Berufs-)Abschluss zu erhalten. Dafür sei die „Ausbildungsgarantie“, wie es sie z.B. in Österreich gibt, ein Weg, um ein Recht auf Ausbildung für Alle zu gewähren. Zu betonen ist, dass die Verantwortung und die Aufgabe bei den Betriebsstätten hierbei nicht zurückgehen.

Alle Beteiligten sind sich einig gewesen, dass insgesamt mehr Gelder in Bildung investiert werden müssen.

Die Wertschätzung von Mehrsprachigkeit sowie die Förderung dieser vom Elementarbereich bis zur Berufsausbildung bringen positive Effekte für unsere Gesellschaft.

„Es muss ein Paradigmenwechsel angestrebt werden, indem Vielfalt als Bereicherung für unsere Gesellschaft gesehen wird“, fassen Klaus-Peter Hammer und Peimaneh Nemazi-Lofink zusammen. „Notwendig ist es dabei insbesondere bei Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt Chancengleichheit herzustellen, damit Potentiale für Alle gewinnbringend genutzt werden können – denn Bildung ist eine wichtige Säule zur Integration!“

Text: Peimaneh Nemazi-Lofink