GEW Rheinland-Pfalz
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Corona-PandemieGEW zu Weihnachtsferien und Schuljahresbeginn

In einer aktuellen Pressemitteilung nimmt die GEW zu den Diskussionen Stellung, die zur Verlängerung der Weihnachtsferien und zu einem verzögerten Schuljahresbeginn geführt werden. „Sollte die Politik eine Verlängerung der Weihnachtsferien beschließen, muss dieses Vorhaben unbedingt eingebunden werden in weitere massive Maßnahmen, z.B. einem allgemeinen Lockdown, da ansonsten die Ferienverlängerung ins Leere läuft und der gewünschte gesamtgesellschaftliche Effekt verpufft“, so der Landesvorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz Klaus-Peter Hammer.

11.12.2020

Positionierung der GEW Rheinland-Pfalz zum Thema Verlängerung der Weihnachtsferien und zum Schulbeginn im neuen Jahr 2021

Die GEW Rheinland-Pfalz organisiert als die Bildungsgewerkschaft Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte aller Schularten.

Wir sehen die Sorgen und Befürchtungen der Kolleginnen und Kollegen in allen Schularten und nehmen diese sehr ernst. Die Forderungen nach Verlängerung der Weihnachtsferien können wir nachvollziehen, jedoch hat die GEW große Bedenken gegenüber dieser Maßnahme, da sie isoliert nicht den Effekt haben könnte, den man sich von ihr verspricht.

„Sollte die Politik dennoch eine Verlängerung der Weihnachtsferien beschließen, muss dieses Vorhaben unbedingt eingebunden werden in weitere massive Maßnahmen (z.B. einem allgemeinen Lockdown), da ansonsten die Ferienverlängerung ins Leere läuft und der gewünschte gesamtgesellschaftliche Effekt verpufft“, so der Landesvorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz Klaus-Peter Hammer.

Nach den Weihnachtsferien können sich die schulischen Fachgruppen der GEW Rheinland-Pfalz für eine Übergangszeit von einer Woche oder max. zwei Wochen folgende Szenarien vorstellen:


Grundschulen und Förderschulen:

  • Die jeweiligen Schulgemeinschaften sollten entsprechend ihrer spezifischen Situation (Klassengrößen, Personalsituation, Betreuungsbedarf, GTS…) über Präsenzunterricht, Fernunterricht oder Wechselunterricht entscheiden können.
  • Möglicherweise könnte für die klar definierte Übergangszeit die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler, die zuhause betreut werden können, aufgehoben werden. Dadurch können die Schulen entlastet werden, ein gestaffelter Einstieg nach den Weihnachtsferien wird ermöglicht und das Infektionsgeschehen in der Einrichtung kann genauer in den Blick genommen werden.

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Weiterführende Schulen (Realschulen Plus, Integrierte Gesamtschulen, Gymnasien und Berufsbildende Schulen):

  • Nach den Ferien sollte Wechselunterricht oder Fernunterricht durchgeführt werden, die Schulen sollten entsprechend ihrer spezifischen Situation das jeweilige Szenario flexibel gestalten können
    (z.B. das Wechselintervall).
  • Um die Situation an den Integrierten Gesamtschulen und Gymnasien zu entschärfen, wäre eine Woche Fernunterricht nach den Weihnachtsferien für die Jahrgänge 5 bis 12 sinnvoll.
  • Das Abitur muss auf jeden Fall regulär durchgeführt werden.
  • Die besondere Situation der verschiedenen BBS und Bildungsgänge muss unbedingt stärker Beachtung finden. Dazu gehört auch die Einbindung der Betriebe mit ihren spezifischen Bedarfen und den aus der Arbeitssituation sich ergebenden Risiken.

 

Generelles Vorgehen für alle Schulen:

Nach den Weihnachtsferien sollte es für alle Schulen die prinzipielle Möglichkeit geben, Wechselunterricht oder Fernunterricht durchzuführen. Die Schulen sollten dabei entsprechend ihrer spezifischen Situation das jeweilige Szenario flexibel gestalten können (z. B. das Wechselintervall, betroffene Jahrgänge, etc.). Alle Maßnahmen erfolgen in Absprache der Schulaufsicht, mit dem Schulträger und dem lokalen Gesundheitsamt auf Basis einer Beschlussfassung der Schulgemeinschaft.

„Wir fordern das Bildungsministerium auf, sehr schnell darüber zu informieren, welche Szenarien nach den Weihnachtsferien umgesetzt werden können, damit für die Kolleginnen und Kollegen sowie die Schulleitungen Klarheit besteht, wie es nach dem Jahreswechsel weitergeht,“ so der GEW Vorsitzende Klaus-Peter Hammer.

 

Mainz, 11.12.2020