GEW Rheinland-Pfalz
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Studie zum Lehrer*innenbedarf und zur Schüler*innenzahlentwicklung

GEW sieht sich in ihrer Kritik bestätigt - jetzt müssen endlich deutliche Reaktionen erfolgen

10.09.2019

Die GEW Rheinland-Pfalz weist seit Jahren auf den sich insbesondere an Grundschulen verschärfenden Lehrkräftemangel hin und fordert den Berufsstand deutlich aufzuwerten sowie die Zahl der Studien- und Lehramtsanwärter*innenplätze bedarfsentsprechend auszubauen. „Es ist eine Schande, dass junge Men­schen, die sich für den wichtigen Beruf der Grundschullehrerin beziehungsweise des Grundschullehrers entschie­den haben, keinen Studienplatz bekommen“, sagte der Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer, mit Blick auf die Studie zum Lehrkräftebedarf und zur Schüler*innenzahlentwicklung der Wissenschaft­ler Klaus Klemm und Dirk Zorn am Dienstag in Mainz. Die GEW hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Schüler*innenzahlen, anders als prognostiziert nicht sinken, sondern stetig steigen und somit auch der Bedarf an ausgebildeten Lehrkräften höher ist, als vom Bildungsministerium angege­ben.

Die GEW Rheinland-Pfalz fordert angesichts der Mangelsituation an Grundschulen Grundschullehrkräfte endlich aufzuwerten und nach A13 bzw. E13 zu bezahlen. Andere Bundesländer haben dies bereits ent­sprechend umgesetzt.

Hochschulen müssen Interessenten bzw. Interessentinnen für das Grundschullehramt abweisen, weil per­sonelle und räumliche Kapazitäten fehlen. Es ist dringend notwendig, dass mehr Studienplatze für das Grundschullehramt geschaffen werden. Deshalb begrüßt die GEW Rheinland-Pfalz die Einführung des Lehramtes an Grundschulen an der Universität Trier ab dem Wintersemester 2020/21. Dennoch müssen die Missstände an der Universität Koblenz-Landau behoben werden. Es werden dringend mehr Profes­sor*innstellen für das Lehramt an Grundschulen benötigt, damit die Grundschulbildung in entsprechender Qualität studiert werden kann.

Eine Möglichkeit, schnell gut ausgebildete Lehrkräfte an die Grundschulen zu binden, ist die Erleichterung einer Wechselprüfung für Lehrkräfte aus anderen Lehrämtern. Die Durchlässigkeit muss gewährleistet werden. Nur so kann die Qualität der Arbeit in der Grundschule gesichert bleiben. Auch ein Seiteneinstieg für Grundschulen wäre eine sinnvolle Maßnahme.

Die GEW fordert: Die Wechselprüfungsverordnung muss auch für beamtete Lehrkräfte anderer Lehrämter geöffnet werden.

Hammer: „Um den Beruf der Grundschullehrerin bzw. des Grundschullehrers attraktiver zu gestalten, müs­sen wir auch die viel zu hohe Unterrichtsverpflichtung in den Blick nehmen. Es ist schlicht nicht sachgerecht und auch nicht hinzunehmen, dass Grundschullehrkräfte die höchste Unterrichtsverpflichtung aller Schul­arten haben. Und schließlich trägt es zur Attraktivität der Grundschule bei, wenn die Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. Unsere Grundschulen brauchen mehr Freiräume und Entlastungsstunden für die notwendige pädagogische Arbeit.“

„Das Land muss jetzt endlich handeln“, so Hammer abschließend. „Es ist von hohem gesellschaftlichen Interesse, dass die Qualität an den Grundschulen nicht nur gesichert, sondern verbessert wird.“

 

 

Mainz, 10. September 2019

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