GEW Rheinland-Pfalz
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Situation an den Hochschulen und Universitäten - GEW fordert einheitliche Regeleungen und Aussetzen des Präsenzbetriebes

19.03.2020

Die GEW-Rheinland-Pfalz begrüßt die Entscheidung des Ministers Wolf und der Hochschulpräsidenten endlich eine eindeutige Regelung vorzugeben, wie mit Prüfungen umzugehen ist. Wichtig ist, dass Studie­rende und Beschäftigte endlich Klarheit haben, was auf sie zukommt. Auch wichtig ist die klare Aussage, dass keinerlei Nachteile durch die ausgefallenen Prüfungen erfolgen. „Hier muss großzügig im Sinne der Studierenden verfahren werden“, so Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz. „In Zei­ten der Pandemie müssen auch jenseits von Prüfungsordnungen praktikable Lösungen möglich sein.“

Der Alltag vieler Studierender hat sich bereits innerhalb der letzten Tage durch die Pandemie stark verän­dert. Zahlreiche Studierende müssen aus gesundheitlichen Gründen ihren normalen Alltag besonders ein­schränken, für Studierende mit Kindern stellen die Schul- und Kita-Schließungen neue Herausforderungen dar. Hinzu kommen psychische Belastungen – sei es die Sorge um Freunde und Familie – oder finanzielle Unsicherheiten, die sich für Studierende in prekärer Anstellung nun ergeben.

Unter diesen Umständen weiter an bestehenden Fristen und Prüfungsordnungen festzuhalten, wäre der Situation nicht angemessen. Stattdessen ist es ein gebotener Schritt, es landesweit zu ermöglichen, dass sich Studierende von Prüfungen nachträglich abmelden können. Prüfungen mit physischer Präsenz müssen ausgesetzt werden. Zusätzlich müssen aufgrund der genannten Herausforderungen Fristverlängerungen für schriftliche Arbeiten gewährt werden.

Die Prüfung von Einzelfällen und entsprechende Nachweispflichten für die Studierenden würden eine un­nötige bürokratische Hürde darstellen, die die gegenwärtig bereits stärker geforderten Verwaltungen der Universitäten nur weiter überfordern würden. Eine einheitliche Lösung erscheint deshalb pragmatischer.

„Unglücklich ist“, kritisiert Hammer, „dass es bei den Hochschulen und Universitäten des Landes zur Be­wältigung der Situation keine einheitlichen Regelungen gibt. Selbst innerhalb der Hochschulen und Uni­versitäten gibt es je nach Fachbereich unterschiedliche Regelungen. Warum es in einem so kleinen Bun­desland wie Rheinland-Pfalz nicht möglich sein sollte, einheitliche Regelungen zu finden, ist schlicht nicht nachvollziehbar.“

Um Gefahren für Studierende und Beschäftigte an den Hochschulen und Universitäten zu minimieren, solle sich Rheinland-Pfalz ein Beispiel an der Universität des Saarlandes nehmen. Diese hat sämtlichen Präsenz­betrieb in Lehre, Forschung und Verwaltung bis auf weiteres ausgesetzt. „Das wünschen wir uns auch ver­bindlich für alle Hochschulen und Universitäten im Lande. Alles andere wird der derzeitigen Situation nicht gerecht“, so Klaus-Peter Hammer abschließend.

 

 

Mainz, den 18.03.2020