GEW Rheinland-Pfalz
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Selbsttests an Schulen – klingt sinnvoll. Aber ist dies eine richtige Entscheidung?

24.03.2021

Selbsttests an Schulen – klingt sinnvoll. Aber ist dies eine richtige Entscheidung?

 

Die GEW Rheinland-Pfalz sieht die dringende Notwendigkeit, dass Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und alle an einer Schule beschäftigten Personen mindestens zweimal pro Woche auf Covid 19 getestet werden sollen. „Um die Schulen zumindest im Wechselunterricht weiter offen halten zu können, sind regelmäßige Tests sehr wichtig. Es wäre in der aktuellen pandemischen Lage unverantwortlich, Schulbetrieb ohne Testangebote zu fahren“, sagt der Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer. Die GEW Rheinland-Pfalz begrüßt deshalb die Entscheidung von Bildungsministerin Hubig, endlich die entsprechenden Tests für alle Schulen in Form von Schnelltests anzubieten.

Es stellt sich nun die Frage, wie diese Tests durchgeführt werden sollen. Hierzu braucht es ein landesweit gültiges, mit Fachmedizinern abgestimmtes Konzept.

Die Absicht des Bildungsministeriums, die Testungen als Selbsttests vor Ort an den Schulen und in den Klassenzimmern durchzuführen, bereitet der GEW große Sorgen. Hier spielt nicht nur die Frage eine wichtige Rolle, wie weit Hygienevorschriften eingehalten werden können, sondern auch, wer diese Tests durchführen bzw. beaufsichtigen soll.

Die GEW fordert, dass diese Aufgabe nicht den Lehrkräften übertragen wird!

Vor allem im Primarbereich bzw. bei vielen Förderschulen sollte eine Testung bevorzugt zuhause, in Verantwortung der Eltern, oder durch externe Anbieter im direkten Umfeld der Schulen durchgeführt werden. Dadurch könnten auch dramatische Situationen an den Schulen, im Falle eines positiven Testergebnisses, vermieden werden.

Sollte aber dennoch die Notwendigkeit bestehen, dass die Tests teilweise auch an Schulen durchgeführt werden müssen, so fordert die GEW, dass deren Durchführung von medizinisch geschultem Personal betreut wird. Hier müssen die Schulträger in die Pflicht genommen werden dies zu ermöglichen.

„Wenn Testungen im Klassenverband geübt werden sollen, verwischt der Aspekt der Freiwilligkeit“, so Hammer. „Es entsteht für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine Situation des Gruppenzwangs.“

Die Schulen müssen rechtzeitig und umfangreich über das Verfahren nach den Osterferien informiert werden und sie benötigen einen ausreichenden Vorlauf, um sich auf die Maßnahmen vorbereiten zu können.

Die GEW ist sich einig mit Eltern, Schüler*innen und Lehrkräften, dass Grundlagen geschaffen werden müssen, die dazu beitragen, dass die Schulen nicht immer wieder öffnen oder schließen müssen.

Doch der Gesundheitsschutz darf hierbei nicht vergessen und untergeordnet werden.

Weiterhin müssen die mehrfach von der GEW genannten Maßnahmen des Hygieneschutzes beachtet und umgesetzt werden. Schließlich ist es auch wichtig, dass es endlich ausreichende Impfangebote für alle Bürgerinnen und Bürger gibt, zeitnah aber dringend auch für sämtliche Beschäftigte an allen Schulen, damit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Recht auf Bildung am Lern- und Lebensort Schule endlich wieder verlässlich umgesetzt werden kann.

 

Mainz, 24.03.2021