Sie sind hier:

Lehrkräfte im Land fühlen sich immer stärker belastet

09.05.2017

GEW stellt Ergebnisse einer Online-Umfrage vor und schlägt Alarm

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat rheinland-pfälzische Lehrkräfte befragt, wie
diese ihren Arbeitsplatz Schule erleben. Fast 75 Prozent der 1.650 Lehrkräfte, die sich an der Umfrage
beteiligt haben, geben an, dass ihre außerunterrichtliche Arbeit in den letzten Jahren viel oder sehr viel
zugenommen hat. 60 Prozent Lehrkräfte fühlen sich durch Mehrarbeit wegen Vertretungsunterricht
belastet oder sehr belastet.

„Wenn man bedenkt, dass eine Vielzahl unserer Lehrkräfte aufgrund gesundheitlicher Probleme schon
heute das Pensionsalter nicht erreicht, sind das alarmierende Zahlen“, sagt Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW in Rheinland-Pfalz. Als weitere Belastungsfaktoren werden von der überwiegenden Zahl der Lehrkräfte zu große Klassen genannt. Die Möglichkeit, jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu fördern, sei durch große Klassen stark beeinträchtigt.

Neben der Gesundheit der Lehrkräfte sieht die GEW auch den Unterrichtserfolg gefährdet. „Wenn mehr
als die Hälfte der Befragten angibt, dass sie aufgrund zunehmender Arbeitsbelastungen Abstriche bei der Arbeits- und Unterrichtsqualität hinnehmen müssen, sind die Verantwortlichen aufgefordert zu handeln“, meint Hammer. Der Vorsitzende nennt eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte sowie eine Verringerung der Klassengrößen in allen Schularten als vordringliche Aufgabe. Außerdem will die GEW eine bessere Personalausstattung der Schulen erreichen, denen auch mehr Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter zur Verfügung gestellt werden sollen.

„Die GEW kämpft für eine bessere finanzielle Ausstattung der Bildung. Wir wollen abwehrende Haltungen in der Politik aufbrechen und um Unterstützung für unsere berechtigten Forderungen werben. Das Engagement der GEW gilt den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern. Uns ist es wichtig, dass die Beschäftigten gesund bleiben und die Lernenden gute Bildung erfahren können“, betont Klaus-Peter Hammer.


Mainz, 09.05.2017

Zurück