GEW Rheinland-Pfalz
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GEW sieht zum Schuljahresende dringenden Handlungsbedarf

29.06.2017

Die GEW Rheinland-Pfalz möchte zum Schuljahresende ihr Kampagnen-Motto Bildung. Weiter denken! aufgreifen und die Landesregierung ermuntern, den Bildungsbereich zu stärken. „Es sind erhebliche Anstrengungen nötig“, so Sylvia Sund, stellvertretende Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, „damit die rheinland-pfälzische Bildungslandschaft nicht in der Mittelmäßigkeit versinkt oder eines Tages gar kollabiert.“

Zwar habe Rheinland-Pfalz ein Bildungsangebot, das dem nationalen Vergleich standhalten könne. „Also gar nicht so schlecht, allerdings unter allenfalls Mittelmäßigen“, so Sund wörtlich. Führe die Landesregierung die bisherige Sparpolitik weiter, fiele Rheinland-Pfalz jedoch in Sachen Bildung stetig weiter zurück. Die GEW sehe dringenden Handlungsbedarf und fordere von der Landesregierung ein klares Bekenntnis zum „längeren gemeinsamen Lernen“.

„Bei den Steuereinnahmen werden Spitzenwerte erreicht“, erläuterte Sabine Weiland, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz. „Leider sieht es so aus, dass in der Bildung dennoch nicht in ausreichendem Umfang investiert werden soll. Dabei steht und fällt mit der Bildung die Zukunft unserer Gesellschaft.“

Zunächst, so Weiland weiter, sei es wichtig, attraktive Stellenangebote für Lehrkräfte zur Verfügung zu stellen, damit die dringend benötigten Fachkräfte auch in Rheinland-Pfalz blieben. Dazu seien einerseits deutlich mehr Planstellen sowie ein flexibleres und durchgängiges Einstellungsverfahren nötig. Andererseits müsse die Besoldung deutlich angehoben werden, um im Wettbewerb der Bundesländer bestehen zu können. „Im Vergleich der Bundesländer liegt Rheinland-Pfalz bei der Eingangsstufe von A 12 auf dem zweitletzten, bei A 13 und A 14 sogar auf dem letzten Platz. Die Abgeordneten haben dieses Defizit erkannt und dies bei ihrer Diätenerhöhung berücksichtigt. Wir fordern die Landesregierung auf, in einem nächsten Schritt die Besoldung der Beamtinnen und Beamten ebenfalls entsprechend anzuheben.“

Weitere Handlungsbedarfe sieht die GEW in der Entlastung der Lehrkräfte und der Verbesserung der Arbeits- bzw. Lernbedingungen an Schulen. Dies nicht nur, aber gerade auch im Hinblick auf eine erfolgreiche Umsetzung von Inklusion. „Dazu gehören“, führte Sund weiter aus, „Arbeitserleichterungen in fast allen Bereichen. Angefangen mit einer maximalen Unterrichtsverpflichtung von 24 Wochenstunden über alle Schularten. Ausreichende Schulsozialarbeit sollte für jede Schule sichergestellt werden. Schulleitungen müssen entlastet werden, damit sie ihre originären Aufgaben überhaupt zufriedenstellend ausführen können. Außerdem wünschen wir uns eine erhebliche Aufstockung der Mittel für Unterstützungsangebote, Fortbildung und Qualifizierungsmaßnahmen. Und nicht zuletzt brauchen wir mehr pädagogische Freiräume.“

„Die GEW fordert die Landesregierung auf, nicht nur erstklassig zu reden, sondern endlich auch erstklassig zu handeln, damit Rheinland-Pfalz im Bildungsbereich auch erstklassig werden kann“, so Sund und Weiland abschließend unisono. „Wir brauchen Verbesserungen in allen Bereichen der Bildung. Das kostet Geld. Die nächsten Generationen sollten es uns Wert sein.“
 

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