GEW Rheinland-Pfalz
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GEW: „Politik muss Hygienestandards an Schulen sicherstellen“

GEW stellt Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zur Hygiene an Schulen vor

02.07.2020

„Die Corona-Pandemie hat die Hygienemängel an Schulen aufgezeigt und Versäumnisse deutlich gemacht“, erläuterte die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. 71,2 Prozent der Befragten teilten die Einschätzung, dass die hygienische Grundausstattung an Schulen vor der Corona-Pandemie durch die Politik vernachlässigt wurde.

Die repräsentative CIVEY-Umfrage im Auftrag der Bildungsgewerkschaft GEW zeige Versäum­nisse der Politik und den Wunsch nach besseren hygienischen Bedingungen an Schulen auf – auch über die Corona-Pandemie hinaus. Für die Befragten sei das Thema Hygiene an Schulen nicht auf die Corona-Pandemie beschränkt. 79,2 Prozent denken, dass die Schulen in ihrem Bun­desland auch über die Pandemie hinaus stärker auf die hygienischen Grundvoraussetzungen ach­ten sollten.

Klaus-Peter Hammer, Landesvorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz, stellte zudem klar: „Die Schwierigkeiten der Schulen, während der Corona-Pandemie Hygiene und Infektionsschutz sicherzustellen, kamen nicht überraschend. Sie sind eine Folge jahrzehntelanger Vernachlässi­gung des Bildungssektors, auf die wir die politisch Verantwortlichen immer wieder hingewiesen haben. Marode Schulen sind ein Skandal.“

Inzwischen sei im Bildungssektor bundesweit ein Investitionsstau in Höhe von 43 Milliarden Euro allein bei den Kommunen entstanden, der nicht zuletzt durch dringend renovierungsbedürftige Sanitäranlagen deutlich werde, kritisierte Hammer. „Spätestens jetzt muss die Politik aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Kommunen gut ausstatten. Das müssen die Kinder uns wert sein. Gute hygienische Bedingungen sind wir ihnen schuldig.“ Um dies zu erreichen müsse auch bei Gebäudereinigung und Instandhaltung dringend gegengesteuert werden: „Statt Outsourcing brauchen wir auch in der Gebäudereinigung gute Arbeitsverhältnisse und ausrei­chend Personal. Jetzt ist die Zeit, sich darum zu kümmern.“

Der Landesvorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz warnte eindringlich vor Einschnitten in die Haushalte der kommunalen Schulträger aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie: „Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dafür sorgen, dass endlich genügend in un­sere Schulen investiert werden kann.“

 

Info: Das Meinungsforschungsunternehmen CIVEY hat im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) 5003 Personen zwischen dem 25. und dem 27. Juni 2020 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren und nach Bundes­ländern differenziert. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,5 Prozent.

 

 

Mainz, 02.07.2020