GEW Rheinland-Pfalz
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GEW fordert Bildungskonjunkturprogramm und pragmatische Lösungen für das Erreichen von Schul- sowie Berufsabschlüssen

25.03.2020

Das Corona-Virus hält uns alle in Atem. Täglich entstehen viele Fragen, die schnell eine Antwort finden müssen.

Die GEW Rheinland-Pfalz fordert deshalb das Bildungsministerium auf, frühzeitig vor dem Beginn der Os­terferien zu entscheiden, ob die Bildungseinrichtungen nach den Osterferien weiterhin geschlossen blei­ben müssen oder geöffnet werden sollen.

Beschäftigte von Schulen und Kindertagesstätten sowie Eltern und deren Arbeitgeber brauchen diesbe­züglich für eine entsprechende Planung eine klare Orientierung. „Jeder kann in der derzeitigen Situation nachvollziehen, wenn die Einrichtungen weiterhin geschlossen bleiben müssen“, sagt der Landesvorsit­zende der GEW Rheinland-Pfalz. „Jedoch muss gewährleistet sein, dass sich Beschäftigte in Kitas und Schu­len auf die notwendigen Aufgaben vorbereiten können, um z.B. weitere Konzepte und Pläne des Personal­einsatzes zu entwickeln.“

Aufgrund der längeren Schließzeit der Schulen wird zurzeit die Frage diskutiert, ob das aktuelle Schuljahr verlängert werden solle oder nicht. Die GEW sieht derzeit nicht die dringende Notwendigkeit dies zu ent­scheiden. Falls eine Festlegung diesbezüglich seitens des Bildungsministeriums bereits jetzt getroffen wer­den soll, ist es für die GEW wichtig, dass alle Beteiligten mit in die Entscheidungsfindung einbezogen wer­den. Bereits jetzt sei jedoch wichtig und dringlich, dass Schul- und Berufsabschlüsse ohne zeitliche Verzö­gerung vergeben werden können. „Unsere Gesellschaft braucht diese jungen Menschen sofort, die ihr Stu­dium, ihre Ausbildung und ihren Beruf ohne zeitliche Verzögerung beginnen wollen. Deshalb wäre es kont­raproduktiv, wenn dies durch die Verlängerung des Schuljahres oder die Verschiebung von Abschlussprü­fungen in das kommende Schuljahr nicht mehr möglich wäre“, so der Landesvorsitzende weiter.

Die GEW fordert daher schnelle, faire und pragmatische Lösungen.

Es ist erkennbar, dass die Schulen auch in der Krise bisher gute Arbeit leisten und dass die Schülerinnen und Schüler trotz Schließung der Schulen erfolgreich lernen können. Allerdings wird durch die Coronakrise auch klar, dass Deutschland in der digitalen Entwicklung hinterherhinkt. Bei allen Konjunkturpaketen, die derzeit entwickelt werden, muss dies mitbedacht werden: Die digitale Infrastruktur der Schulen muss ver­bessert werden. Es bedarf der Ausstattung mit Laptops für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler. Da die Realität eine andere ist, brauchen insbesondere Schülerinnen und Schüler aus finanzschwachen Eltern­häusern finanzielle Unterstützung für den Kauf notwendiger digitaler Medien, damit die Bildungsschere in Deutschland und in Rheinland-Pfalz nicht noch weiter auseinandergeht.

„Deshalb fordern wir ein Bildungskonjunkturprogramm für alle Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland. Der Zeitpunkt ist genau der richtige. Somit liegt in der Krise auch eine Chance für Erkenntnis und Verbesserungen“, so Hammer abschließend.

 

 

Mainz, den 25.03.2020

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