GEW Rheinland-Pfalz
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GEW zum Gedenken an Novemberpogrome

09.11.2021

Gegen Antisemitismus und Hass und im Gedenken an die Novemberpogrome 1938

Die GEW Rheinland-Pfalz zum Gedenktag am 09.11.2021

Am 09.11. jähren sich die Gräueltaten der Novemberpogrome, die unter dem nationalsozialistischen Regime vor allem in der Nacht vom 09.11.1938 auf den 10.11.1938 verübt worden sind, zum 83. Mal. Die GEW möchte anlässlich dieses Tages zum Gedenken aufrufen und auf Gefahren durch steigenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft aufmerksam machen.

Zahlreiche Jüdinnen und Juden wurden in der Nacht vom 09.11.1938 durch gewalttätige Übergriffe ermordet oder starben in den Tagen und Wochen darauf aufgrund ihrer Verletzungen. Etwa 1.200 Synagogen brannten, etwa 7.500 Geschäfte wurden zerstört. Spätestens in jener Nacht begann die systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch das nationalsozialistische Regime. Das Ausmaß an Grausamkeit, welches den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland und den angrenzenden Staaten damals wiederfahren ist, ist kaum vorstellbar. Und je mehr Jahre vergehen, desto weniger Zeitzeuginnen bzw. Zeitzeugen können ihre Geschichte erzählen und desto mehr kann das Thema aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden.

„Es ist dringend nötig, die Erinnerung an die Novemberpogrome wachzuhalten“, so Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz. „Antisemitismus und antisemitisch motivierte Straftaten nehmen in Deutschland zu. Ich nenne als Beispiel den Anschlag von Halle im Jahr 2019. Und mindestens aufgrund des nicht fassbaren Leids, welches durch Antisemitismus bereits entstanden ist, muss sich entschieden gegen diesen eingesetzt werden!“

Die GEW Rheinland-Pfalz fordert angesichts des steigenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft, dass die Bildungsarbeit in den Schulen diesbezüglich ausgeweitet und etwa die Thematik der Novemberpogrome ausführlich im Unterricht behandelt wird. Auch die Gedenkstättenarbeit sei im Zuge dessen ein wichtiger Baustein.

Anlässlich des Gedenktages müsse sich, so Hammer, gefragt werden: „Haben wir als Gesellschaft genug getan und tun wir genug, um Ausgrenzung, Antisemitismus und antisemitisch motivierte Straftaten zu verhindern?“

 

 

Mainz, 09.11.2021