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Bildungschancenverteilung

GEW Rheinland-Pfalz fordert verstärkte Maßnahmen, um gleiche Bildungschancen zu ermöglichen

Die GEW Rheinland-Pfalz reagiert auf die aktuellen Ergebnisse der ifo-Studie zur ungleichen Bildungschancenverteilung in den Bundesländern mit Sorge. Die Bildungsgewerkschaft betont die Notwendigkeit massiver Anstrengungen, um gleiche Bildungschancen für alle zu gewährleisten und sieht ihre Haltung zu einem längeren gemeinsamen Lernen bestätigt.

Die ifo-Studie „Ungleiche Bildungschancen: Ein Blick in die Bundesländer“ verdeutlicht die ausgeprägte Ungleichheit der Bildungschancen in allen Bundesländern. Von den Kindern, die ein Gymnasium besuchen, stammen nur 31% aus benachteiligten Verhältnissen. Obwohl dieser Wert im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern weniger dramatisch ist, bewertet die GEW Rheinland-Pfalz dies nicht als zufriedenstellend. "Es ist ein grundlegendes Menschenrecht, dass alle die gleichen Chancen zum Bildungsaufstieg haben", erklärt Christiane Herz, Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz. "Unser oberstes Ziel muss es daher sein, Bildung von Anfang an so zu gestalten, dass die Kinder aus benachteiligten Verhältnissen die gleichen Chancen erhalten."

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und längeres gemeinsames Lernen entscheidend für gerechte Bildungschancen sind. Die GEW unterstützt diesen Ansatz: "Wir fordern seit Jahren, gemeinsam mit anderen Bildungsexpert:innen, von fairen Bildungssystemen in anderen Ländern zu lernen. Das Ergebnis ist konsistent: Die Trennung der Jahrgänge nach der vierten Klasse ist überholt. Wir plädieren daher für längeres gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen in einem inklusiven Schulsystem", betont Herz weiter. Die GEW sieht auch im System der Integrierten Gesamtschulen und der beruflichen Schulen Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. Einzig den Bildungserfolg an dem Besuch eines Gymnasiums zu messen, scheint überholt. Vielmehr muss es darum gehen, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Potentiale gänzlich unabhängig ihrer Herkunft ausschöpfen können.

Rheinland-Pfalz hat mit gebührenfreier frühkindlicher Bildung und einem Rechtsanspruch auf mindestens siebenstündige Betreuung Grundlagen geschaffen, um mehr Bildungsgerechtigkeit zu erreichen. Das Ministerium für Bildung hat heute 200 Schulen benannt, die am bundesweiten Startchancen-Programm teilnehmen werden. Die GEW hält das Startchancen-Programm für einen richtigen Schritt, um mit den weiter bestehenden enormen Herausforderungen umzugehen. "Schulen in herausfordernden Situationen erhalten die Möglichkeit, gezielt und multiprofessionell zu arbeiten. Das ist dringend erforderlich!", erklärt Christiane Herz. Die GEW begrüßt den Einsatz von Bundes- und Landesmitteln und die Auswahl der Schulen und hofft mittelfristig auf eine weitere Ausweitung des Programms.

Trotz dieser positiven Entwicklungen mahnt die GEW zur Vorsicht: "Es wäre verhängnisvoll, sich nun auszuruhen. Der Weg zu echter Bildungsgerechtigkeit ist noch weit", sagt Herz abschließend.

 

Mainz, 15.05.2024

 

Kontakt:

Christiane Herz (christiane.herz(at)gew-rlp(dot)de / mobil: 01575 5092890)

Stefan Jakobs (stefan.jakobs(at)gew-rlp(dot)de / mobil: 0162 6453434)

Kathrin Gröning (kathrin.groening(at)gew-rlp(dot)de / mobil: 0151 17267950)