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Rundum verbindendes Sommerfest des GEW Bezirks Trier

Bei traubenlesefreudigem Wetter im September 2017 lud der Bezirksvorstand Trier ein zum Bezirkssommerfest nach Schweich, einem Moselort als Mittelpunkt für die Kreise Bitburg-Prüm, Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Trier. Mehr als 70 Mitglieder aus allen Kreisen sowie Bildungsbereichen von der Kita bis zur Erwachsenenbildung und jeglichen Alters von U 30 bis zu Ü 60 kamen ins Weinatrium Wallerath - gut mit der RB Bimmelbahn von allen Seiten zu erreichen.

02.10.2017

Nach einem Einstieg mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen der Inhaberin ging es auf den Spuren von Stefan Andres, dem wohl berühmtesten Sohn des Moselortes Schweich. Stefan Andres (1906 – 1970) gehört zu den meistgelesenen deutschen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Zu seinem facettenreichen literarischen Werk gehören Dramen, Gedichte, Essays und Novellen. Bei all seinen Werken ging es Andres um die Auseinandersetzung des modernen Menschen mit seinen inneren Bedrängnissen, mit Schuld und Sühne, Gewalt und Gnade, Gerechtigkeit und Liebe, Toleranz und Humanität im Rahmen fataler Verknüpfungen. Darüber hinaus ging es ihm auch um die Frage von Freiheit und dem Widerspruch zu Diktatur und Fanatismus, um sein Engagement gegen jeden Machtanspruch in Kirche und Staat. Schon früh stand er in Opposition zum NS-Regime. 1961 kehrte er der Bundesrepublik Deutschland, die nicht dem entsprach, was er sich unter einem erneuerten Deutschland versprochen hatte, den Rücken. Er ging nach Italien und lebte fortan bis zu seinem Tode in Rom.
Ein pensionierter Grundschullehrer, in Schweich geboren und verwurzelt, führte mit amüsanten Kenntnissen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch das Städtchen Schweich, mit 8000 Einwohnern unmittelbar als Tor Richtung Hunsrück-Eifel-Trier-Luxemburg an der Mosel gelegen.
Bei einem Sektumtrunk am Abend ganz im Sinne von Stefan Andres, der seine Lebenslust und Freude am Wein sowie Einschränkungen durch religiöse und konventionelle Grenzen in seiner Autobiografie „Der Knabe im Brunnen“ einfließen ließ, begrüßte Christian Gerteis, Vorsitzender des GEW Bezirks Trier, alle GEW Mitglieder und Gäste. Er stellte die neue Gewerkschaftssekretärin des Landes vor - Sina Fabian - mit Dienststelle in der Geschäftsstelle Trier. In seiner Rede erwähnte Christian Gerteis ihm zwei wichtige Punkte, errungen in den Tarifauseinandersetzungen der GEW, wie die stufengleiche Höhergruppierung im TVöD und die Einführung weiterer Stufen im TV-L.
Der Kampf gegen befristete Arbeitsverträge im schulischen Bereich sowie der Fachkräftemangel in allen Bildungsbereichen ist nach wie vor seitens der GEW konsequent anzugehen. Wichtig ist für Christian Gerteis die Umsetzung von Inklusion als gesellschaftliche Forderung zu sehen und fachlich anzugehen. Er betonte nochmals die GEW-Forderung nach der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen an unserer Gesellschaft „Der akute Fachkräftemangel lässt keine fachliche Umsetzung der notwendigen Arbeiten zu und ohne Qualifikation, ohne Zeitausgleich und ohne bessere Bezahlung kann keine Inklusion umgesetzt werden, auch wenn die Politik uns genau das verkaufen will! Inklusion ist kein Luxus und Inklusion ist keine Utopie. Inklusion ist ein Menschrecht und hierzu gibt es keine Alternative. Ehrlichkeit bei der Umsetzung und keine Lösung zum Nulltarif!“ forderte der Bezirksvorsitzende in seiner engagierten Rede.

Zum kulinarischen Teil des Abends wie u.a. dem kreativen Grillbüffet leitete er über mit den Worten“ Habt nun viel Spaß und redet miteinander. Es muss auch nichts mit Arbeit zu tun haben. Tauscht Euch aus!“ Musikalisch begleitet wurde der Abend mit Beiträgen der Zwillingsbrüdern Farzad und Farshad aus Morbach, die 2016 aus dem Iran flüchteten aufgrund ihres Glaubens und ihrer Liedtexte. Im Iran traten sie seit 12 Jahren als Musiker mit einer Band in großen Konzerten erfolgreich auf.

Der Abend endete in weinseliger und austauschfreudiger Runde mit Christian Gerteis Worten „Und so schließt sich der Kreis. Wer oder was ist nun die GEW? – Gemeinsam Echt Wirkungsvoll oder Ganz Einfach: Wir !!!“

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