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Grundschulturnen – keine Angst vor unterrichtsfremden Einsatz

Am 20.11.2017 traf man sich in der schönen Grundschulturnhalle der Andernacher Martinschule für eine dreistündige Fortbildung, die von Alicia Bröker minutiös geplant und organisiert worden war.

02.02.2018 - TW

Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Mitglied im Kreisvorstand Neuwied, brachte sie die Frage ins Spiel, ob man denn nicht den Kolleg_innen an Ihrer Schule, die überwiegend fachfremd Sport unterrichten, Hilfen an die Hand geben könnte. Aus dieser Idee heraus entwickelte sich die Veranstaltung, bei der es das Ziel war, den 10 Teilnehmern konkrete Unterrichtsreihen im Bereich Boden- und Geräteturnen vorzustellen.

Der Schwerpunkt lag dabei auf Helfen und Sichern, da dort im Sportunterricht die neuralgischen Punkte liegen. Dazu arbeiteten die Teilnehmer (genauso wie die SuS es machen sollen) in Kleingruppen. Auf diese Weise können die SuS im Laufe der Übungen ihr Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren Mitschülern und Mitschülerinnen weiter ausbauen. So wurde also ständig zwischen den Rollen SuS und Lehrperson gewechselt. Die Teilnehmer waren sowohl auf der körperlichen Leistungsebene, als auch auf emphatischer und kognitiver Ebene aktiv.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Methoden, die man bei ängstlichen Schülern oder Kindern mit Defiziten im motorischen Bereich zur Förderung einsetzen kann.

Um einen vereinfachten Einstieg für die SuS zu ermöglichen, wurden die Unterrichtseinheiten spielerisch aufgebaut. Beim Handstand war das Maskottchen „Herbert“ (ein Stab, dem mit einem aus einem Tempo-Taschentuch bemalten Gesicht Leben eingehaucht wurde), der Handstand-Weltmeister, der symbolisch für die beim Handstand benötigte Körperspannung eingesetzt wurde.

Ein weiteres Beispiel für einen spielerischen Einstieg war die erste Begegnung mit dem Barren. Von Natur aus ist es ein Gerät, dass eine wenig einladende Ausstrahlung besitzt. Mit einer kleinen Geschichte verwandelte sich der Barren in eine Hängebrücke, die man wie Indiana Jones auf verschiedene Art und Weise überqueren musste.

Der angenehme Nebeneffekt bei dieser Vorgehensweise ist, dass die Lehrperson die Kinder in Ruhe beobachten kann und eine Einschätzung über ihr Leistungsspektrum erhält.

Die Fortbildung wurde aus Sicht der Teilnehmer sehr positiv aufgenommen. So positiv, dass bereits während der Fortbildung der Wunsch geäußert wurde eine Folgeveranstaltung zu organisieren, um weitere Themengebiete bearbeiten zu können. Themen wie z.B. „Le Parkour“. Denn auch diese besondere Form des normierten Turnens ist in der Grundschule nicht nur möglich, sondern durchaus auch zu empfehlen. Denn sie bietet die Möglichkeit, dass die Kinder diverse Geräteaufbauten und deren korrekte Sicherung kennenlernen. Weiterhin bietet diese Unterrichtsreihe Raum für Kreativität und erfordert ein hohes Maß an Kommunikation und Kooperation in den dafür vorgesehenen Kleingruppen.

Erfreulicherweise können die dafür erforderlichen Kernkompetenzen mit den vorher eingeübten Übungen – insbesondere durch die anschauliche Präsentation des Referenten Tiberius Weber – im Vorfeld entwickelt werden.

 

Kreisvorstand Neuwied, Dezember 2017

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