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Studien Bildung der Eltern und Gesundheit ihrer Kinder

Bildung wirkt sich nicht nur im Geldbeutel aus, sondern auch auf die Gesundheit. Das zeigen zwei neue Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

25.03.2019

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat in zwei Studien untersucht, inwiefern die Gesundheit von Erwachsenen mit der Bildung der vorherigen Generation zusammenhängt. Dabei geht es um die Auswirkungen der elterlichen Bildung auf die langfristige Lebenserwartung ihrer Kinder und auf die psychische Gesundheit im Erwachsenenalter.

Hat die Mutter mindestens einen Realschulabschluss, leben ihre Kinder im Alter ab 65 Jahren im Durchschnitt zwei Jahre länger als Personen, deren Mutter höchstens einen Volksschulabschluss hat. Ein Grund ist, dass höher gebildete Mütter auf eine gesündere Lebensweise ihrer Kinder hinwirken. Wie die zweite Studie zeigt, wirkt sich ein Jahr mehr Schulbildung von Müttern hingegen kaum auf die mentale Gesundheit ihrer erwachsenen Kinder aus. Zieht man den Schulabschluss des Vaters heran, zeigt sich kein Zusammenhang.

„Das ist eine Frage der Chancengerechtigkeit.“ (Mathias Huebener)

„Bildungs- und Gesundheitspolitik werden häufig getrennt voneinander betrachtet – dabei hängen Bildung und Gesundheit in der Regel langfristig eng miteinander zusammen, und das sogar über Generationen hinweg“, sagt Studienautor Daniel Schnitzlein. „Kinder, die aufgrund ihres Elternhauses Nachteile haben, sollten gezielt unterstützt werden, damit deren Gesundheit nicht so stark vom Elternhaus abhängt“, ergänzt Bildungsforscher Mathias Huebener. „Das ist eine Frage der Chancengerechtigkeit.“ Dies könnte beispielsweise dadurch erreicht werden, dass außerfamiliäre, qualitativ gute Bildungs- und Betreuungsangebote ausgebaut würden.

Der Zusammenhang von Lebenserwartung und elterlicher Bildung wurde auf Basis von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) untersucht. 

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