GEW Rheinland-Pfalz

Tag der beruflichen Bildung 2015

Die stellvertretende Landesvorsitzende Sabine Weiland begrüßt die Anwesenden der Fachtagung und bedankt sich bei Herrn Hellrich, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Kaiserslautern ganz herzlich für die Gastfreundschaft. Begrüßt wurden die zahlreich erschienen Kolleginnen und Kollegen, sowie die erstmalig als Gastrednerin auf dem GEW-Tag der beruflichen Bildung Frau Ministerpräsidentin, Malu Dreyer. Herr Prof. Dr. Sell, der schon fast als Inventar zum Tag der beruflichen Bildung gehört, war ebenfalls als Gastredner geladen. Aus der Politik wurde Frau Bettina Brück von der SPD Landtagsfraktion und als bildungspolitische Sprecherin derer begrüßt. Zum ersten Mal war auch Herr Dr. Ralle, der Vorsitzende des Landeselternbeirates zugegen. Selbstverständlich war auch der Landesvorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer anwesend. Stellvertretend für alle weiteren Anwesenden aus den unterschiedlichsten Ministerien wurde Herr Walter Wahl, Abteilungsleiter Berufsbildende Schulen, willkommen geheißen sowie die Vertreter aus den Aufsichts- und Dienstleistungsdirektionen Koblenz, Herr Walter Ellermeyer und Trier, Herr Rainer Uhlendorf.

Sabine Weiland eröffnete die Fachtagung mit den Worten:

„Mehr als 1,3 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal ersten Ranges, den wir uns aus sozialen Gründen, aber auch aus ökonomischen nicht erlauben können. Diese Zahlen wurden Ende Oktober von der Arbeitsagentur für Arbeit veröffentlicht und hier drin sind die aktuellen Probleme, die zurzeit unser Land beherrschen noch nicht einmal erfasst. Junge Menschen brauchen die bestmögliche Bildung und Ausbildung, unsere Gesellschaft ist auf qualifizierte und auch hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen. Gerade die duale Ausbildung, die über ein europa- ja weltweites gutes Renommee verfügt ist ein wichtiges Fundament für den beruflichen Erfolg. Wir als Bildungsgewerkschaft weisen erneut daraufhin, dass die vergleichsweise gute konjunkturelle Lage nicht genutzt wurde, um ein deutliches Plus an Ausbildungsplätzen zu schaffen - und dem damit verbundenen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Erste Schritte in diese richtige Richtung haben das rheinland-pfälzische Handwerk mit 400 Praktikums- und Ausbildungsplätzen sowie unsere Landesregierung mit 200 Plätzen zugesagt.
Die nach Deutschland geflüchteten Menschen müssen ebenfalls qualifiziert werden und wir wissen, dass eine gesellschaftliche Teilhabe über Bildung, berufliche Qualifizierung und ein Ausbildungs- bzw. dann ein Arbeitsplatz die Grundlagen für eine gelingende Integration sind.
Das Recht auf Ausbildung, ich wiederhole mich, darf nicht von der konjunkturellen Lage abhängen. Wir brauchen weitere Ausbildungsplätze und ggf. eine Ausbildungsplatzumlage, die es ausbildungswilligen Unternehmen ermöglicht, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.
Wir in der Berufsbildenden Schule, wir sind dazu bereit! Allerdings darf diese stetig steigende Belastung der Lehrkräfte, auch unter dem Aspekt der selbstverordneten Schuldenbremse, nicht weiter anwachsen.
Wir brauchen qualifizierte Lehrkräfte, ordentlich bezahlte Lehrkräfte, eine Vielzahl von SchulsozialarbeiterInnen sowie Expertinnen und Experten, die z. B. im Umgang mit traumatisierten Jugendlichen und in der Sprachförderung mit uns gemeinsam als Team arbeiten.
Wir müssen alle Chancen nutzen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das heißt auch, das wir Unterstützungsleistungen für die Menschen anbieten müssen, für die es trotz großer Nachfrage nach Fachkräften keinen Bedarf am Arbeitsmarkt gibt, weil ihnen wichtige Qualifikationen fehlen. Und dabei können gut ausgestattete Berufsbildende Schulen eine große Rolle spielen.
Allerdings brauchen wir auch ein ganz klares Signal aus der Politik - wir benötigen deutliche Standortzusagen für Berufsbildende Schulen und nicht langjährige schwelende Eventualitäten. Ungewissheiten dienen niemand, im Gegenteil, auch das sehen wir als möglichen Grund zur Schmälerung der Ausbildungsbereitschaft und als Problem bei der Personalgewinnung. Wer möchte schon an eine Schule, wenn die Gerüchteküche sagt, „die wird vielleicht bald geschlossen?!“
Unser Blick muss auf die Zukunft gerichtet werden, wir müssen gemeinsam handeln und als gemeinsame Anstrengung diese Zahl von 1,3 Mio. jungen Menschen ohne Berufsabschluss zu senken. Und klar muss dabei sein, dass es Bildung nicht zum Nulltarif geben kann.
Wir, die GEW und der DGB Rheinland-Pfalz/Saarland wünschen uns und Ihnen einen besonders kommunikativen und dialogreichen Tag!
Danke.

Berichte aus den Foren