GEW Rheinland-Pfalz
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Informationen und Positionen

Die Landesfachgruppe Gymnasien trifft sich regelmäßig zum Austausch von Informationen und Meinungen. Dazu sind alle GEW-Mitglieder herzlich eingeladen.

Aktuelle Informationen und Positionen aus der Fachgruppe:

05.02.2015

  • Eine Sparmaßnahme des Landes auf Kosten der Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen ist das Aussetzen der Senkung der Klassenmesszahl in der Orientierungsstufe. Die 2012 für das kommende Schuljahr angekündigte Senkung der Messzahl von 28 auf 25 Schüler_innen soll hinausgeschoben werden, da deutlich mehr Schülerinnen und Schüler in der Orientierungsstufe zu unterrichten seien, als im Klemm-Gutachten von 2012 prognostiziert. Zudem seien auch die Räume für mehr Klassen an den Schulen nicht vorhanden.

    Nachdem die Gymnasien schon seit mindestens 10 Jahren mit steigenden Übergangsquoten und der Raumnot weitgehend allein gelassen wurden, lassen wir es nicht gelten, dass diese Raumnot nun als Argument gegen die Senkung der Klassenesszahl angeführt wird!
    Die GEW kritisiert, dass das Klemm-Gutachten schon nach zwei Jahren Makulatur ist und die Fehlplanung auf dem Rücken der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler ausgetragen wird. Die Absenkung ist dringend erforderlich und pädagogisch notwendig, insbesondere wenn man Kinder in der Orientierungsstufe fördern will, die mehr Zeit und Unterstützung brauchen.

  • Trotz erheblicher Proteste gegen mehrere Aspekte der neuen Lehrer_innenbildung  in Rheinland-Pfalz wurde die Verordnung lediglich in einem Punkt geändert: Bei insgesamt gleich hoch gebliebener Stundenzahl des eigenverantwortlichen Unterrichts, den die Referendarinnen und Referendare zu erteilen haben (24 Stunden über drei Halbjahre), wurde die Zahl der Stunden im ersten halben Jahr der Ausbildung flexibilisiert, so dass die Lehramtsanwärter_innen statt wie geplant 4 Stunden nun 4 bis 8 Stunden eingesetzt werden können, was zu einer regelmäßigeren Verteilung über die Halbjahre führt.

    Alle Beteiligten - auch die Kolleg_innen, die sie an Schulen und Studienseminaren begleiten - stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, dass die LAAs von Anfang an eigene Klassen erhalten und parallel dazu ihren schulischen Ausbildungsunterricht bewältigen müssen. Auf Einwände ging das MBWWK nicht ein. Es verspricht eine Evaluation der neuen Lehrerbildung in den kommenden zwei Jahren. GEW und Personalräte werden sich dabei erneut einschalten. Wir befürchten, dass es mehr LAAs geben wird, die aufgrund des erhöhten Drucks die Ausbildung abbrechen müssen.

  • An den Gymnasien und IGSen macht sich zunehmend bemerkbar, dass die letzte Veränderung der MSS die Zahl der Abiturprüfungen deutlich erhöht hat. Viele Fächerkombinationen  rfordern pflichtgemäß ein fünftes Prüfungsfach, zudem nehmen viele Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit in Anspruch, sich durch ein freiwilliges Prüfungsfach zu verbessern. Daher ist es aus Sicht der GEW nötig, weitere Prüfungstage anzusetzen. Zudem ist es nicht mehr zu rechtfertigen, dass die Lehrkräfte, die in der MSS 13 unterrichten, von Anfang des  Schuljahrs an in vollem Maß „Ausgleichsstunden“ für die Zeiten nach dem Abitur erbringen müssen.
  • Mit Unterstützung  des DGB macht die GEW Druck gegen die Deckelung der Erhöhung der Beamtengehälter in Rheinland-Pfalz auf 1 Prozent. Ministerpräsidentin Malu Dreyer kündigte an, dass nach Abschluss der Tarifverhandlungen für die Angestellten der Länder voraussichtlich im Frühjahr 2015 eine Entscheidung gefällt werden sollte. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in dieser Frage ist im Frühjahr 2015 zu erwarten. Die GEW geht mit einer Forderung nach 5,5 Prozent Lohnerhöhung in die Tarifverhandlungen und fordert, dass die Ergebnisse auf die Beamtinnen und Beamten zeit- und inhaltsgleich übertragen werden.
  • Die GEW hat Innenminister Lewentz mehr als 3000 Unterschriften gegen die Verlängerung der Lebensarbeitszeit für Beamtinnen und Beamte in Rheinland-Pfalz übergeben. Lehrkräfte sind physisch und psychisch stark belastet, so dass sie häufig schon gegenwärtig die vorgesehene Altersgrenze nicht erreichen bzw. Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Die GEW tritt dafür ein, dass die Altersermäßigung wieder eingeführt wird, dass es weiterhin Altersteilzeitmodelle gibt, und dass der Zeitpunkt der Pensionierung auch halbjährlich erfolgen kann, wie es in anderen Bundesländern möglich ist. Zudem treten wir dafür ein, dass besondere Härten abgemildert werden. Dies gilt insbesondere für die Schwerbehinderten sowie für die Jahrgänge 1953 bis 1958, die von anderen Voraussetzungen für die Pensionierung ausgegangen sind.
  • Die GEW stellt angesichts höherer Steuereinnahmen erneut die Grundsatzfrage  nach einer Erhöhung der Ressourcen im Bildungsbereich. 2008 sah der Dresdener Bildungsgipfel vor, ab 2015 zehn Prozent des BIP in Bildung und Forschung zu investieren. Von diesem Ziel sind wir meilenweit entfernt. Der GEW-Experte für Bildungsfinanzierung  Ansgar Klinger schätzt den Anteil der Ausgaben auf derzeit 5,1 Prozent. Nach Berechnungen der GEW besteht ein jährlicher Mehrbedarf im Bildungsbereich von bundesweit 57 Milliarden Euro.
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