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GEW setzt sich für Aufwertung des Herkunftssprachenunterrichts ein

19.06.2018

In einem Gespräch, das die GEW mit der Bildungsministerin geführt hat, wurde über das Thema Aufwertung des Herkunftssprachenunterrichtes (HSU), eine Verbesserung der rechtlichen Situation von Lehrkräften und die vermehrte Einstellung von Lehrkräften und Erziehungsfachkräften mit Migrationshintergrund beraten.

Seitens der GEW, für die an dem Gespräch Klaus-Peter Hammer (Vorsitzender), Beyhan Güler (Leitung LAMA-GEW) und Peimaneh Nemazi Lofink (Leitung des Vorstandsbereiches Migration, Diversity, Antidiskriminierung) teilgenommen haben, wurde darauf hingewiesen, dass Mehrsprachigkeit einen wichtigen Bestandteil vom Elementarbereich bis zur Berufsbildung darstellt und in unserer multikulturellen Gesellschaft ein Kernelement verkörpert. Für das Ministerium nahmen neben Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig deren Referenten Thomas Reviol und Bernd Weirauch an dem Austausch mit der GEW teil,

Einhellig wurde begrüßt, dass das Angebot für HSU in RLP besteht. Im Vergleich dazu wird der HSU in anderen Bundesländern nicht angeboten bzw. wurde sogar abgeschafft. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Anerkennung der in Deutschland vermehrt gesprochenen Sprachen als versetzungsrelevante Fremdsprachen möglich gemacht wird. Darüber hinaus wurde der Schritt, dass Spanisch nun an ausgewählten Schulen als sogenannter Nullkurs in der Oberstufe angeboten wird, als eine sehr positive Entwicklung gesehen.

Im Rahmen des HSU führen die Lehrkräfte Feststellungsprüfungen des Sprachniveaus der Schüler*innen durch - formelle Zertifizierungen, wie B1, C1/C2 etc. erfolgen jedoch extern. Die GEW spricht sich dafür aus, die Möglichkeit zu schaffen, diese Zertifizierungen ebenfalls durch die HSU-Lehrkräfte durchzuführen, sodass diese den Schüler*innen Zertifikate ausstellen können, die an Telc angelehnt sind. Dies trägt zu einer Aufwertung der Position der HSU-Lehrer/-innen sowie des HSU bei. Ein solches Verfahren würde vereinfachen, dass Schüler*innen ihre erlangten Sprachkenntnisse bescheinigt bekommen, welche u.a. für zukünftige Bewerbungsunterlagen sehr bedeutsam sind. 

Die GEW wird weiterhin in engem Austausch mit dem Bildungsministerium und mit Bildungsministerin Frau Dr. Hubig stehen, um gemeinsam daran zu arbeiten, wie die genannten Überlegungen umgesetzt werden können.

 

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