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DGB fordert Aktionsprogramm gegen Kinderarmut

Die Zahlen sind laut einer Studie des DGB alarmierend: 64.000 Kinder waren im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz von Hartz IV abhängig, im Saarland waren es 21.000. Damit steigt die Armutsquote von Kindern unter 15 Jahren mit Hartz IV-Bezug weiter an, in Rheinland-Pfalz um 0,2 Prozent gegenüber 2014, im Saarland gar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

08.04.2016

 "Das die Kinderarmut in Rheinland-Pfalz und ganz besonders im Saarland trotz starker Konjunktur und sinkender Arbeitslosigkeit weiter zunimmt, ist eine alarmierende Entwicklung. Es darf nicht sein, dass der Aufschwung vor allem an Kinder aus armen Familien vorbeigeht", so der Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland, Dietmar Muscheid, zu den aktuellen Zahlen einer gewerkschaftlichen Studie zur Kinderarmut.  

Die Wahrscheinlichkeit von Hartz IV abhängig zu werden, steigt mit der Anzahl der Kinder, so die DGB-Studie. So bezieht deutschlandweit jedes zehnte Paar mit Kindern Hartz IV, Alleinerziehende sind sogar zu fast 38 Prozent betroffen.

"Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein", so Muscheid, "deshalb fordern wir von der Politik ein Sonderprogramm gegen Kinderarmut, das von höheren Hartz IV-Regelsätzen, auch für Kinder, über den Ausbau der sozialen Sicherungssysteme bis hin zur Umgestaltung des Familienlastenausgleichs reicht."

Bereits im September 2015 stellte der DGB gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) den Aktionsplan "Zukunft für Kinder - Perspektiven für Eltern im SGB II" vor, der darauf abzielte, mit einem familienorientierten Fallmanagement die Kinder- und Familienarmut zu bekämpfen.

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