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Staatssekretär Barbaro zu Gast im LandesvorstandDer islamische Religionsunterricht gehört in den regulären Schulunterricht

Die GEW begrüßt die Absicht der Landesregierung an den rheinland-pfälzischen Schulen islamischen Religionsunterricht einzuführen. Zu den Verhandlungen, die das Wissenschaftsministerium in dieser Sache derzeit mit verschiedenen islamischen Religionsgemeinschaften in Rheinland-Pfalz führt, sagte Klaus Peter-Hammer, Vorsitzender der GEW: „Die Organisationen, mit denen Vereinbarungen getroffen werden sollen, müssen die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Wertevorstellungen einer offenen Gesellschaft akzeptieren.“

 

11.02.2019

Salvatore Barbaro, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz informierte unlängst die Landesvorstandsmitglieder der GEW über die aktuelle Entwicklung. Danach sind die Verhandlungspartner über die Einführung islamischen Unterrichts an den Schulen der Verband Ditib, der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und die Ahmadiyya-Gemeinschaft. Auch die Schura könne noch hinzustoßen. Alle Organisationen würden aufgrund von rechts- und religionswissenschaftlichen Gutachten als Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes anerkannt. Religionsgemeinschaften können nach deutschem Recht verlangen, dass Schulunterricht gegeben wird, diesen notfalls sogar einklagen. „Da der deutsche Staat allein keinen Religionsunterricht halten kann, braucht er Religionsgemeinschaften als Partner, ähnlich wie bei der katholischen und evangelischen Kirche“, so Barbaro. Aus diesem Grund will das Land Verträge mit islamischen Religionsgemeinschaften zur Einführung von Schulunterricht schließen. Diese müssen aber zunächst jeweils Eigenständigkeit und Verfassungstreue nachweisen.

Der Staatssekretär und die GEW stimmten darin überein, wonach das Fach Islamische Religion im Grundsatz von Lehrkräften unterrichtet werden soll, die in Rheinland-Pfalz studiert und ein Referendariat gemacht haben. Das Land beabsichtigt laut Barbaro zwei Lehrstühle an der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Koblenz für dieses Fach einzurichten.

„Der islamische Religionsunterricht gehört in den regulären Schulunterricht. Durch Verträge mit nach sorgfältiger Prüfung anerkannten Religionsgemeinschaften und durch die Ausbildung entsprechender Lehrkräfte in Deutschland kann der Unterricht geordnet und gemeinsam eingeführt werden. Es besteht die Chance, den Islam in einer offenen demokratischen Gesellschaft zu integrieren. Wir werden diesen Prozess kritisch begleiten,“ meinten Klaus-Peter Hammer und Peimaneh Nemazi-Lofink vom Vorstandsbereich Migration, Diversity und Antidiskriminierung. Hammer forderte den Staatsekretär abschließend auf, die Bildungsgewerkschaft GEW in den Prozess der weiteren Umsetzung des Projekts einzubinden und brachte auch die Idee eines Werteunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler ins Spiel

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