GEW Rheinland-Pfalz - Website http://www.gew-rlp.de GEW Rheinland-Pfalz - Website de-DE GEW Rheinland-Pfalz - Website Thu, 24 Aug 2017 10:44:25 +0200 Thu, 24 Aug 2017 10:44:25 +0200 TYPO3 EXT:news news-12096 Mon, 14 Aug 2017 14:37:17 +0200 GEW lehnt Höchstzahl-Verordnung für Vorbereitungsdienst ab http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-lehnt-hoechstzahl-verordnung-fuer-vorbereitungsdienst-ab/ Die GEW lehnt eine Lehramtsanwärter-Höchstzahlverordnung grundsätzlich ab. Es muss selbstverständlich sein, dass alle Bewerberinnen und Bewerber ihre Ausbildung nach dem Studium ohne zeitliche Verzögerung in der zweiten Phase fortführen können. Berufliche Bildung Schule Artikel Rheinland-Pfalz news-12079 Thu, 10 Aug 2017 11:44:03 +0200 Fachkräftemangel entgegenwirken, Qualitätsarbeit an Schulen sichern! http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/fachkraeftemangel-entgegenwirken-qualitaetsarbeit-an-schulen-sichern/ Die GEW verlangt zum Schuljahresbeginn die Personalversorgung an den rheinland-pfälzischen Schulen zu verbessern. In einer Pressemitteilung weist Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft, darauf hin, dass an einigen Schularten schon heute ein deutlicher Fachkräftemangel zu erkennen sei, der in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen werde. Berufliche Bildung Schule Bildung weiter denken Artikel Rheinland-Pfalz news-12021 Tue, 25 Jul 2017 14:47:31 +0200 Kündigung wegen Krankheit mit hohen Hürden http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kuendigung-wegen-krankheit-mit-hohen-huerden/ Immer wieder versuchen Arbeitgeber Beschäftigten zu kündigen, die lange und oft krank sind. In einem Urteil des Landesarbeitsgerichtes (LG) Mecklenburg-Vorpommern (Az.: 2 Sa 158/16) wird noch einmal bestätigt, dass Fehlzeiten allein nicht als Kündigungsgrund reichen, selbst dann nicht, wenn sich über Jahre Krankheit an Krankheit reihen sollte. Das Landesarbeitsgericht stellt fest, dass zusätzlich zu den Fehlzeiten abzusehen sein muss, dass es in Zukunft keine Besserung gibt. Rheinland-Pfalz Artikel Recht news-12020 Tue, 25 Jul 2017 14:00:02 +0200 GEW Mainz-Bingen startet Kampagne „Bildung. Weiter denken!“ http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-mainz-bingen-startet-kampagne-bildung-weiter-denken/ Der seit Jahrzehnten währende massive Sanierungsstau an der Kanonikus-Kir-Realschule plus, der Mangel an Kita- und Gesamtschulplätzen in Mainz, die von der Landesregierung beschlossenen Sparmaßnahmen im Personalbudget der Mainzer Uni sind für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Mainz-Bingen deutliche Symptome für die eklatante Unterfinanzierung des Bildungswesens. Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Artikel Rheinland-Pfalz Kreis Mainz-Bingen news-11896 Wed, 05 Jul 2017 15:18:28 +0200 GEW kritisiert SGB VIII Reform als "Pseudoreform" http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-kritisiert-sgb-viii-reform-als-pseudoreform/ Ende Juni hat der Bundestag das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz beschlossen. Große Änderungen zum von der Fachwelt und den Gewerkschaften massiv kritisierten Entwurf gab es nicht mehr, denn das Ministerium hatte vorab alle strittigen Punkte aus dem Gesetzesentwurf gestrichen. Die GEW will weiter für eine inklusive SGB VIII Reform kämpfen und kritisiert die zunehmende Ökonomisierung Kinder- und Jugendhilfe. Sie bemängelt zudem fehlenden politischen Willen bei den Reformdiskussionen. Rheinland-Pfalz Artikel Schulsozialarbeit Kita Jugendhilfe Schulsozialarbeit news-11835 Wed, 28 Jun 2017 15:22:08 +0200 Modulare PersonalratsSchulungen (MoPS) http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/modulare-personalratsschulungen-mops/ Mit diesem Schulungsangebot richtet sich die GEW an die Örtlichen Personalräte der Schulen in Rheinland-Pfalz. Nur gut informierte Personalräte können die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen überzeugend vertreten. Die GEW bietet mit ihren MoPS-Schulungen Unterstützung bei den anspruchsvollen Aufgaben der Personalvertretungen an. Rheinland-Pfalz Artikel news-11786 Thu, 22 Jun 2017 10:31:51 +0200 GEW startet Vortragsreihe "Alles Inklusion oder was?" http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-startet-vortragsreihe-alles-inklusion-oder-was/ Es gibt deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf insbesondere im sozial-emotionalen Bereich sowie Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung und nicht-deutscher Herkunftssprache. Die Herausforderungen der Lehrkräfte sind aktuell deshalb besonders groß. Frau Amrhein, die Referentin, stellt in ihrem Vortrag einen Weg dar, eine Balance zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu finden, die es ermöglicht, sich auch mit Blick auf die eigenen Ressourcen erfolgreich an der Umsetzung inklusiver Bildung in der Schule zu beteiligen. Rheinland-Pfalz Artikel news-11785 Thu, 22 Jun 2017 09:50:55 +0200 Sparpolitik stellt Jugendhilfe vor große Herausforderungen http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/sparpolitik-stellt-jugendhilfe-vor-grosse-herausforderungen/ Die GEW hat ein Interview mit einer langjährig Beschäftigten eines Jugendamtes zur Situation in der Jugendhilfe geführt. Das Interview zeigt, dass die Jugendhilfe - bedingt durch Sparpolitik in den Kommunen – vor großen Herausforderungen steht. Zum Schutz der Interviewpartnerin veröffentlichen wir das Gespräch anonym. Das Dokument ist ein Vorabdruck aus der GEW-Zeitung 7-8/2017. Rheinland-Pfalz Artikel Schulsozialarbeit Kita news-11724 Mon, 19 Jun 2017 10:49:23 +0200 GEW mobilisiert Mitglieder für Initiative "Bildung. Weiter denken!" http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-mobilisiert-mitglieder-fuer-initiative-bildung-weiter-denken/ "Fest steht: Wir brauchen mehr Kita-Plätze, kleinere Klassen und Gruppen, mehr Ressourcen für Inklusion, Zeit für Fortbildung, eine Aufwertung der Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, eine deutliche Absenkung der Zahl der befristeten Stellen an den Hochschulen, mehr qualifizierten Nachwuchs für den Kita- und den Schulbereich, weniger prekäre Arbeitsverhältnisse in der Weiterbildung, die Auflösung des Gebäude-Sanierungsstaus und die Absenkung der Arbeitsbelastung insgesamt.", schreibt Marlis Tepe, Vorsitzende der GEW, an alle Mitglieder der Bildungsgewerkschaft. Rheinland-Pfalz Artikel news-11624 Fri, 09 Jun 2017 11:55:52 +0200 GEW hat Bildungsprogramm für 2. Halbjahr veröffentlicht http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-hat-bildungsprogramm-fuer-2-halbjahr-veroeffentlicht/ Mehr als 60 Veranstaltungen führt die GEW für Mitglieder und Interessierte im zweiten Halbjahr 2017 durch. Die Angebote betreffen die Bereiche Recht und Tarif, Politik und Gesellschaft sowie Beruf und Persönlichkeit. Ein großer Teil der Veranstaltungen wird dabei von ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären organisiert. Rheinland-Pfalz Artikel news-11603 Tue, 06 Jun 2017 14:24:44 +0200 Gewerkschaften: Rente muss Lebensstandard sichern http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gewerkschaften-rente-muss-lebensstandard-sichern/ Auch Mitglieder der GEW haben sich an einem Aktionstag des DGB zum Thema gute Rente beteiligt. Bei dieser Aktion wurden in den frühen Morgenstunden bundesweit an 300 Orten Pendlerinnen und Pendler angesprochen und über die Ideen der Gewerkschaften zur Rentenpolitik informiert. Rheinland-Pfalz Artikel TVöD TV-L news-11430 Wed, 31 May 2017 00:00:00 +0200 Ergebnisse der Personalratswahlen 2017 http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ergebnisse-der-personalratswahlen-2017/ Bei den Wahlen zu den Haupt- und Bezirkspersonalräten der Schulen hat die GEW bei den Förderschulen und Integrierten Gesamtschulen jeweils die absolute Mehrheit erreicht. Zahlreiche Mitglieder der GEW wurden in örtliche Personalräte von Schulen, Hochschulen und bei den Kommunen gewählt. Die GEW gratuliert herzlich zur Wahl! "Ich bedanke mich", so Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz, "bei allen örtlichen Personalräten sowie bei allen Stufenvertreterinnen und Stufenvertretern für die hervorragende Arbeit in der vergangenen Wahlperiode sowie bei allen Helferinnen und Helfern, die sich im Personalratswahlkampf für uns aktiv engagiert haben."

Förderschulen
Das Wahlergebnis an den Förderschulen ist sehr deutlich zugunsten der GEW ausgefallen. Die GEW behauptet sowohl im Bezirkspersonalrat als auch im Hauptpersonalrat Förderschulen jeweils sechs Sitze, der Verband Bildung und Erziehung (VBE) erreicht jeweils drei Sitze. "Wir freuen uns über die deutliche Mehrheit", erklärte Sylvia Sund, Spitzenkandidatin für den Hauptpersonalrat und zugleich stellvertretende Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz. "Dies ist eine klare Bestätigung unserer Arbeit in den vergangenen vier Jahren und ein Ansporn für weitere gute Personalratsarbeit für die Förderschulkolleginnen und -kollegen."

Integrierte Gesamtschulen
Ebenso konnte die GEW an den Integrierten Gesamtschulen in beiden Stufenvertretungen die absolute Mehrheit gegenüber dem VBE und der gemeinsamen Liste von Philologenverband und dem Verband Reale Bildung (VRB) wiederholt verteidigen. Für die GEW ist dieses Ergebnis eine klare Anerkennung und eine deutliche Bestätigung für die gute Arbeit unserer Personalräte im Bereich der Gesamtschulen.

Grundschulen
Die GEW hat ihre Mehrheit in Bezirks- und Hauptpersonalrat nicht behaupten können und gratuliert dem VBE zu seinem Erfolg an den Grundschulen. Künftig wird in beiden Stufenvertretungen der VBE mit sechs und die GEW mit fünf Sitzen vertreten sein. "Das Wahlergebnis ist schmerzlich. Es wird für uns jedoch ein Ansporn sein, damit die GEW in den nächsten Jahren wieder als stärkste Kraft an den Grundschulen hervorgeht", so Klaus-Peter Hammer.

Gymnasien
An den Gymnasien hat die GEW wie in den letzten Jahren auch zwei Sitze errungen. Klaus-Peter Hammer: "Gerne hätten wir dem Philologenverband noch einen Sitz abgenommen. Unsere GEW-Kolleginnen und -Kollegen hätten es verdient. Wir werden unsere engagierte Arbeit fortführen und die nächsten vier Jahre daran arbeiten, stärker zu werden."

Berufsbildende Schulen
Die GEW konnte im Gegensatz zu den Verbänden des Beamtenbundes, dem Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen (vlw) und dem Verband der Lehrer an berufsbildenden Schulen (vlbs), bei den Wahlen zu Haupt- und Bezirkspersonalrat zulegen und den vlw in der Wähler*innengunst beim Bezirkspersonalrat sogar überholen und ist somit zweitstärkste Kraft geworden ist. "Das Ergebnis ist eine Anerkennung unserer kontinuierlichen, kompetenten und stets präsenten Personalratsarbeit. Schade", so Sabine Weiland, Spitzenkandidatin für den Bezirkspersonalrat und zugleich stellvertretende Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, "dass es jeweils für einen dritten Sitz nicht gereicht hat."

Realschulen plus
Die Wahlergebnisse sind aus Sicht der GEW außerordentlich zufriedenstellend. Sowohl im Bezirks- als auch im Hauptpersonalrat holte die GEW wieder die Mehrheit der Stimmen und Sitze. Während der Verband Reale Bildung (VRB) in beiden Gremien an Zustimmung einbüßte, konnte die GEW im Bezirkspersonalrat seine Mehrheit sogar ausbauen. Klaus-Peter Hammer: "Das ist eine tolle Bestätigung für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen sowohl im Hauptpersonalrat als auch im Bezirkspersonalrat Realschule plus."

Hauptpersonalrat Hochschulen beim Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur
Die GEW und ver.di sind bei den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen wieder erfolgreich mit einer gemeinsamen Liste angetreten. Zwei Sitze werden wiederum von der GEW besetzt.
 

Hinweis: Die genauen Ergebnisse der Wahlen zum Bezirks- und Hauptpersonalrat können der auf dieser Seite eingestellten PDF-Datei "PR-Wahlergebnisse 2017" entnommen werden.
 
Örtliche Personalräte
In den örtlichen Personalräten der Schulen und Hochschulen sind wieder viele GEW-Kolleginnen und -Kollegen als Personalrat gewählt worden. "Es freut mich sehr, dass auch wieder zahlreiche GEW-Kolleginnen und -Kollegen, die als Erziehungsfachkraft in einer Kita arbeiten, in den örtlichen Personalrat ihrer Kommune gewählt worden sind", sagte Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz. "Wir werden die Arbeit der örtlichen Personalräte durch unsere Schulungsangebote unterstützen und sie bei ihrer Arbeit begleiten," so der Landesvorsitzende weiter.

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Rheinland-Pfalz Artikel Personalratswahlen
news-9656 Fri, 12 May 2017 14:06:00 +0200 Stellungnahme zum Vorwurf des Philologenverbands: angebliche "Falschmeldung" der GEW http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/stellungnahme-zum-vorwurf-des-philologenverbands-angebliche-falschmeldung-der-gew/ Hier finden Sie die aktuellen Informationen FG Gymnasien. Im Zuge der anstehenden Personalratswahlen wurde die GEW wiederholt und in alter Manier vom PhV inhaltlich angegriffen. Diese Vorwürfe stehen meist im Zusammenhang damit, dass die GEW als Bildungsgewerkschaft eben alle Schulformen vertritt und nicht ausschließlich die Gymnasien. Die GEW und darin die Fachgruppe Gymnasien und Kollegs steht zu ihrem Profil als Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund. Wir sind der Ansicht, dass wir Aufgaben und Probleme im Bildungsbereich mit allen Beteiligten diskutieren und unsere Beschlüsse auf dieser Basis fassen. Dies halten wir für einen Vorteil und stellen uns dieser Herausforderung. Dafür können wir auf der anderen Seite auf die Schlagkraft der Gesamtheit setzen und auch z.B. auf den Einsatz aller im Bildungsbereich Beschäftigten und ihre Streikkraft setzen.

Nun steht jedoch der Vorwurf im Raum, die GEW verbreite „Fake News“. Die GEW weist diesen Vorwurf entschieden zurück und verwahrt sich gegen den polemischen Ton.

Die Veränderung der Ferienordnung war auf Anregung der CDU-Landtagsfraktion schon länger im Gespräch, der Landeselternbeirat (LEB) führte dazu eine Umfrage unter den Eltern im Jahr 2014 durch. Diese ergab, dass von 14 000 beteiligten Eltern ca. 70 Prozent für eine flexiblere Verteilung der „kleinen Ferien“ stimmten. Das Bildungsministerium setzte zu Beginn 2015 ein Anhörungsverfahren in Gang, an dem 42 Interessenvertretungen, Organisationen und Verbände beteiligt wurden. In diesem Zusammenhang schrieb die Rheinpfalz in ihrem Artikel „Atempause oder zusätzlicher Stress?“ vom 17.06.2015: „Auch andere rheinland-pfälzische Lehrerverbände wie der Philologenverband und der Verband Bildung und Erziehung sehen keinen Anlass, an der bisherigen Ferienordnung etwas zu verändern. Eine Rückmeldung im Anhörungsverfahren gab es jedoch nur seitens der GEW.“
Der Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer, forderte in diesem Zusammenhang eine Befragung der Lehrkräfte zur Ferienordnung. Die Rheinpfalz schrieb damals: „Abgelehnt wird der Entwurf dagegen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Damit werde der Ablauf des Schuljahres weiter zerstückelt, Arbeitsverdichtung und Belastung nehme zu. Die Verkürzung der Weihnachtsferien werde zudem dazu führen, dass Lehrer bei der Korrekturarbeit und der Notenerstellung in unnötigen Zeitdruck gerieten. Für die Schüler, die im März ihr Abitur absolvieren sollen, bedeute der Wegfall der Ferien in der ersten Januarwoche eine ‚deutliche Verringerung der Lernzeiten für das Abitur‘.“

Der PhV verweist auf seine ablehnende Stellungnahme im Rundbrief des HPR vom Januar 2016. Zu diesem Zeitpunkt war die politische Entscheidung aber längst gefallen. Und: Der Hauptpersonalrat beim Bildungsministerium ist nicht der Philologenverband!

Unsere Nerven liegen keinesfalls blank vor den Personalratswahlen. Wir werden uns weiter inhaltlich und sachlich mit anderen politischen Positionen auseinandersetzen. In den Personalräten halten wir es für das Beste, gemeinsam zu handeln, um Ihre Interessen wirksam zu vertreten.

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Gymnasium LehrerInnenbildung Artikel Rheinland-Pfalz
news-11318 Tue, 09 May 2017 11:35:13 +0200 Lehrkräfte im Land fühlen sich immer stärker belastet http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrkraefte-im-land-fuehlen-sich-immer-staerker-belastet-1/ Die GEW hat rheinland-pfälzische Lehrkräfte befragt, wie diese ihren Arbeitsplatz Schule erleben. Fast 75 Prozent der 1.650 Lehrkräfte, die sich an einer Online-Umfrage beteiligt haben, geben an, dass ihre außerunterrichtliche Arbeit in den letzten Jahren viel oder sehr viel zugenommen hat. 60 Prozent Lehrkräfte fühlen sich durch Mehrarbeit wegen Vertretungsunterricht belastet oder sehr belastet. "Wenn man bedenkt, dass eine Vielzahl unserer Lehrkräfte aufgrund gesundheitlicher Probleme schon heute das Pensionsalter nicht erreicht, sind das alarmierende Zahlen“, sagt Klaus-Peter Hammer, Vorsit­zender der GEW in Rheinland-Pfalz. Als weitere Belastungsfaktoren werden von der überwiegenden Zahl der Lehrkräfte zu große Klassen genannt. Die Möglichkeit, jede Schülerin und jeden Schüler individuell zu fördern, sei durch große Klassen stark beeinträchtigt.

Neben der Gesundheit der Lehrkräfte sieht die GEW auch den Unterrichtserfolg gefährdet. „Wenn mehr als die Hälfte der Befragten angibt, dass sie aufgrund zunehmender Arbeitsbelastungen Abstriche bei der Arbeits- und Unterrichtsqualität hinnehmen müssen, sind die Verantwortlichen aufgefordert zu han­deln“, meint Hammer. Der Vorsitzende nennt eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung der Lehr­kräfte sowie eine Verringerung der Klassengrößen in allen Schularten als vordringliche Aufgabe. Außer­dem will die GEW eine bessere Personalausstattung der Schulen erreichen, denen auch mehr Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter zur Verfügung gestellt werden sollen.

„Die GEW kämpft für eine bessere finanzielle Ausstattung der Bildung. Wir wollen abwehrende Haltun­gen in der Politik aufbrechen und um Unterstützung für unsere berechtigten Forderungen werben. Das Engagement der GEW gilt den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern. Uns ist es wichtig, dass die Beschäftigten gesund bleiben und die Lernenden gute Bildung erfahren können“, betont Klaus-Peter Hammer.

Mainz, 09.05.2017

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Rheinland-Pfalz Artikel Studium Berufliche Bildung Schule Personalratswahlen
news-11214 Fri, 28 Apr 2017 12:21:24 +0200 Bis zum Ende der Schulzeit die digitalen Kompetenzen erwerben - GEW-Fachtagung in Ingelheim http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bis-zum-ende-der-schulzeit-die-digitalen-kompetenzen-erwerben-gew-fachtagung-in-ingelheim/ Der Einsatz von digitalen Medien hat Auswirkungen auf die Arbeit der Lehrkräfte. Diese umfasst neben dem Unterricht auch die Kommunikation mit Schulleitung, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, Fragen des Urheberrechts und die Organisation des Arbeitsalltags. Der Vorstandsbereich Schule der GEW Rheinland-Pfalz führte deshalb an der Integrierten Gesamtschule Kurt Schumacher in Ingelheim die Fachtagung „Schule im digitalen Wandel“ durch, moderiert von Philipp Wartenberg, Medienberater NRW und Lehrer aus Düsseldorf. Nicht jede Schule habe WLAN, kritisierte GEW-Vorsitzender Klaus-Peter Hammer zu Beginn der Tagung. Nicht wenigen Schulen fehle das Geld für die digitale Ausstattung. Da müsse sich etwas ändern, wenn die Chance der digitalen Bildung nicht verlorengehen solle. Stefan Lechner, stellvertretender Schulleiter der IGS, wies darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler bereits in einer anderen Welt lebten als ihre Lehrerinnen und Lehrer. Dennoch müsse der digitale Prozess von den Lehrkräften und von der Politik begleitet werden, um nicht den Anschluss an das digitale Lernen zu verlieren und damit auch dessen Potenziale.

Auch online-basierte Fortbildungsangebote

Mit dem Impulsvortrag „Bildung in der digitalen Welt“ über das Strategiepapier der KMK startete Gabriele Lonz, im Bildungsministerium Rheinland-Pfalz für Medienkompetenz zuständig, in den Tag. Die Referentin zum Auftakt: „Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule besteht im Kern darin, Schülerinnen und Schüler angemessen auf das Leben in der derzeitigen und künftigen Gesellschaft vorzubereiten und sie zu einer aktiven und verantwortlichen Teilhabe am kulturellen, gesellschaftliche, politischen, beruflichen und wirtschaftlichen Leben zu beteiligen.“ Bei der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen müsse eine digitale Lernumgebung entsprechend der curricularen Vorgabe systematisch eingesetzt werden. Die Länder verpflichteten sich dazu, dafür Sorge zu tragen, dass Schülerinnen und Schüler, die zum Schuljahr 2018/19 in der Grundschule eingeschult werden oder in die Sekundarstufe I eintreten würden, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die digitalen Kompetenzen erwerben können. Lonz: „Konkret heißt dies, Lehrkräfte sollen digitale Medien in ihrem jeweiligen Fachunterricht professionell und didaktisch sinnvoll nutzen sowie gemäß dem Bildungs- und Erziehungsauftrag inhaltlich reflektieren können“. Module zum Kompetenzerwerb sollten in der Aus- , Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften verbindlich verankert werden. Lehrende sollten in der Lage sein, die eigenen Kompetenzen kontinuierlich weiter zu entwickeln, den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler didaktisch reflektiert und aufbereitet zu unterstützen, den adäquaten Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge zu planen, durchzuführen und zu reflektieren. Deshalb komme der Lehrerfortbildung eine besondere Bedeutung zu. Die Länder müssten entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten anbieten – auch onlinebasierte Fortbildungsangebote. Möglichst bis 2021 solle jede Schülerin und jeder Schüler jederzeit – wenn pädagogisch sinnvoll – eine digitale Lernumgebung und einen Zugang zum Internet nutzen können. Dafür bräuchten die Schulen eine breitbandige Anbindung, fachkundige Beratung, eine konzeptionelle Unterstützung, eine Schulhausvernetzung, WLAN, technischer Support sowie eine ausreichende Finanzierung.

Das passiert im Moment in Rheinland-Pfalz

  • Kommission: „Digitale Bildung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“, Start 21.12.2016 bis Juli 2017. Ziel: Module 1./2./3. Phase zu erarbeiten und einen Umsetzungsfahrplan vorzulegen
  • Landesprogramm: „Medienkompetenz macht Schule“, Schwerpunkt Grundschule. Start: 10.11.2016 Pilotphase mit 12 Grundschulen. Ziel: Jede 2. Grundschule bis 2021.
  • Anpassung des MedienkomP@ss an den Kompetenzrahmen der KMK-Strategie. Projekt Schulcampus. RLP mit dem Ziel: Jede Lehrkraft, jede Schülerin und jeder Schüler kann verschiedene Services einfach, standardisiert, niederschwellig nutzen.
  • Landesstrategie „Rheinland-Pfalz digital. Wir vernetzen Land und Leute“ www. digital.rlp.de. Ziel: Strategie des Bildungsministeriums „Bildung - Digitales Lehren und Lernen“ bis Herbst 2017
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Rheinland-Pfalz Artikel Schule Berufliche Bildung Zeitschrift
news-11213 Fri, 28 Apr 2017 12:16:38 +0200 Arbeitsplatz Grundschule neu denken http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/arbeitsplatz-grundschule-neu-denken/ Das Motto „Vielfalt ist unsere Stärke“ stand in großen, weißen Lettern auf einer roten Stellwand im Atrium der Universität Landau und machte deutlich, worum es an diesem Tag ging. Die größte Fachgruppe der GEW Rheinland-Pfalz, die Fachgruppe Grundschulen, hatte – vertreten durch ihr Leitungsteam (Carmen Zurheide, Yvonne Rheinganz, Martina Krieger) – für den 15. März 2017 zu einem Grundschultag eingeladen; zahlreiche engagierte Kolleginnen und einzelne Kollegen waren dem Ruf gefolgt. Der zweite Teil des Slogans „Arbeitsplatz Grundschule neu denken“ war das Arbeitsprogramm von drei Arbeitsgruppen unter kompetenter Leitung von erfahrenen Moderatoren von Arbeit und Leben. Ziel der Veranstaltung sei es, so führte Klaus-Peter Hammer in seiner Begrüßung aus, den Arbeitsplatz Grundschule aufzuwerten. Dazu soll in den Arbeitsgruppen ein Forderungskatalog an Politiker erarbeitet werden, der über eine Pressekonferenz an die Öffentlichkeit und an die Landtagsfraktionen weitergegeben werden soll. Nur durch stärkeren politischen Druck werde ein drohender und an den Grundschulen bereits spürbarer Fachkräftemangel verhindert. Die Grundschule brauche gut ausgebildete Lehrkräfte und diese in ausreichender Zahl! Ilka Hoffmann vom Hauptvorstand zeigte in ihrem Vortrag die große Vielfalt der Grundschule auf, die als gemeinsame Schule für alle Kinder seit 1920 bestehe und von allen Kindern als großer biographischer Einschnitt erlebt wird. Durch Zuwanderungs- und Flüchtlingskinder sei die ohnehin schon große Vielfalt für das Lernen noch erhöht worden. Zwar sollten Grundschullehrkräfte vom einzelnen Kind ausgehen und dieses entsprechend fördern, andererseits müsse aber auch auf ein gegliedertes Schulsystem vorbereitet, also selektiert werden. Diese zwei Anforderungen seien, so Hoffmann, in sich widersprüchlich. Auch sei nicht einsichtig, warum GrundschulpädagogInnen in allen Bundesländern die am schlechtesten bezahlten Lehrkräfte mit der höchsten Unterrichtsverpflichtung seien. Die Politik habe wohl die zentrale Bedeutung der Grundschule noch nicht richtig verstanden. Deshalb habe die GEW zu einer bundesweiten Kampagne für eine größere Wertschätzung der Grundschule und ihre Lehrkräfte aufgerufen. Im Rahmen dieser Forderung steht auch die Forderung nach einer höheren Besoldung in der Stufe A13 für beamtete und E13 für angestellte Lehrkräfte. Bereits bei der Anmeldung konnten die Kolleginnen und Kollegen dieser Forderung durch ein Foto und ein Plakat mit einer Begründung dafür unterstützen. Die Fotos sind auf der Homepage der Fachgruppe veröffentlicht. Auf die Frage, was sich an den Grundschulen ändern müsste, führte Ilka Hoffmann in einem Gespräch näher aus: „Zunächst müsste die Unterrichtsverpflichtung verringert werden, sodass mehr Zeit für Planung, Absprachen und Beratung zur Verfügung steht. Diese Zeiten sollten endlich als Arbeitszeit anerkannt werden.“ Durch die Realisierung der Höhergruppierung nach A13 könne einem drohenden Fachkräftemangel entgegen gewirkt werden. Die bisherige Eingruppierung stelle eine mittelbare Geschlechterdiskriminierung dar, da Frauen den überwiegenden Teil der Grundschullehrkräfte bilden. Da alle anderen Lehrämter bei A13 anfangen, müssten KollegInnen, die von anderen Schularten an die Grundschule kommen, nach erfolgter Wechselprüfung sogar mit einer schlechteren Bezahlung rechnen. Ideal seien multiprofessionelle Teams an jeder Schule, zum Beispiel für Kinder mit unterschiedlicher Muttersprache. Mittlerweile werden an den Grundschulen bundesweit 100 verschiedene Sprachen gesprochen. Hinzu kommen Kinder mit Lernbeeinträchtigungen oder traumatisierte Flüchtlingskinder, die besondere Betreuung erfordern. Dieser Herausforderung müsse professionell durch gut ausgebildetes Personal begegnet werden. Auch die Raumnot sei nach wie vor ein großes Problem, ideal seien z.B. drei Räume für zwei Klassen, so dass noch Platz für Differenzierungsgruppen bleibt. Überfällig sei eine akustische Sanierung vieler Schulgebäude, da der zunehmende Lärm gesundheitsschädlich ist, zumal wenn man ihm über Jahre ausgesetzt ist. Vorhandene Unterstützungs- und Beratungssysteme müssten intensiver ausgebaut werden. Insgesamt fehle eine deutliche gesellschaftliche Wertschätzung der Arbeit an den Grundschulen. Besonders Frauen nehmen die geringere Bezahlung als an anderen Schularten in Kauf, da sie mit großem Idealismus und Engagement ihre kräftezehrende pädagogische Arbeit verrichten. Gabriele Schneidewind, Geschäftsführerin von Arbeit und Leben in Rheinland-Pfalz, stellte im Anschluss an die Einführung die Arbeitsschritte der „Zukunftswerkstatt Grundschule“ vor: In einer ersten Phase gehe es um das Sammeln von Kritikpunkten, dann in einer „Phantasiephase“ um Wünsche und den Bau einer idealen Schule und schließlich in der „Realisierungsphase“ um konkrete politische Forderungen. Die Gruppen verteilten sich auf die mit Stellwänden, Flipcharts und Moderationsmaterial gut ausgestatteten Räume. In der anschließenden Arbeitsphase beschäftigte sich eine Gruppe mit dem Thema „Vielfalt der beteiligten Personen – Einzigartige SchülerInnen – multiprofessionelle Teams“. Zwei Gruppen setzten sich mit dem Thema „Vielfalt als pädagogisches Konzept – Vielfalt der Konzepte“ auseinander. Eine gefüllte Werkzeugkiste und ein gelber Schutzhelm in der Mitte eines Stuhlkreises halfen, das Bild von der Schule als Dauerbaustelle zu konkretisieren. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, und so entwickelten die Anwesenden schnell eine Vielzahl von Vorschlägen, wie eine ideale Schule gestaltet werden könnte. Viele Kärtchen mit Vorschlägen zeigten, hier waren ExpertInnen mit langjähriger Berufserfahrung am Werk. Einige enthielten auch grundsätzliche Fragen: „Wie schaffe ich es, jedem Kind gerecht zu werden?“ In ähnlicher Weise arbeiteten auch die anderen Gruppen. Nach einer Mittagspause, die für intensive Gespräche genutzt wurde, ging es am Nachmittag in die Phase der Umsetzung der vielen Wünsche in Forderungen an die Politik. Diese wurden am späten Nachmittag im Plenum durch die Arbeitsgruppen vorgestellt: Deutlich trat die Unzufriedenheit mit der vorhandenen Arbeitszeit hervor, die durch die Festlegung eines Stundendeputats nur unzureichend abgebildet werde. Gefordert wurde maximal eine 40-Stundenwoche, bei der jedoch die gesamte Arbeit in der Schule stattfinde und das Wochenende frei bleibe. In der Forderung nach höherer Wertschätzung durch Höhergruppierung ging man sogar über die A13-Forderung hinaus und orientiert sich an Baden-Württemberg, wo durch die Landeszuständigkeit infolge der Fö- deralismusreform die Beamtenbesoldung insgesamt höher ausfällt als in RheinlandPfalz, das mit Berlin ein Schlusslicht bildet. Eine breitere Ausbildung für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und eine insgesamt bessere personelle Ausstattung der Schulen waren eine weitere zentrale Forderung. Ilka Hoffmann betonte in ihrem Abschlussvortrag noch einmal die hohe Professionalität und das Berufsethos der Grundschullehrkräfte: Wertschätzung gegenüber allen Kindern, kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Konzepte und Strukturen, gemeinsamer Kampf für bessere Bildung gegenüber der Politik. Der Grundschultag 2017 endete mit einem kulturellen Beitrag von Gabriele Frydrych, die in zwei satirischen Texten den Schulalltag kritisch und humorvoll unter die Lupe nahm.

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Rheinland-Pfalz Artikel Bildung weiter denken Zeitschrift Grundschule Schule Bildungssystem
news-11210 Fri, 28 Apr 2017 11:13:20 +0200 Grundschulen am Rande des Erträglichen – GEW fordert Maßnahmen zur Aufwertung der Primarstufe http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/grundschulen-am-rande-des-ertraeglichen-gew-fordert-massnahmen-zur-aufwertung-der-primarstufe/ Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland-Pfalz, hat vor der Presse gefordert, die Arbeit in Grundschulen aufzuwerten: „Die Grundschulen in Rheinland-Pfalz sind nicht so aufgestellt, dass unterrichtliche und insbesondere erzieherische Arbeit im Sinne der Grundschulordnung umgesetzt werden können. Viele Grundschullehrkräfte fühlen sich mit ihrem hohen Engagement und Ge­staltungswillen in ihrer Tätigkeit am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Sie sind überlastet, weil sie tagtäglich bestehende Defizite auffangen müssen und die Anforderungen an ihre Arbeit immer mehr zunehmen." Die gesellschaftliche Minderbewertung der Grundschule zeige sich, so Hammer weiter, an der nach wie vor niedrigsten Entlohnung im Vergleich mit anderen Lehrämtern und an der höchsten Unterrichtsver­pflichtung sowie an der schlechtesten Versorgung der Schulen mit Verwaltungspersonal.

Ein Riesen­problem stelle der immer größer werdende Fachkräftemangel von ausgebildeten Grund- und Förder­schullehrkräften sowie pädagogischen Fachkräften dar. Es fehlten nach wie vor geeignete Konzepte und Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel. Die rheinland-pfälzischen Studienseminare für Grundschulen können seit Jahren nicht mehr alle Plätze für den Vorbereitungsdienst besetzen, weil es nicht mehr ge­nügend Bewerberinnen und Bewerber gibt.

"Man kann schon den Eindruck bekommen, dass das Bil­dungsministerium die Situation zu verharmlosen versucht“, stellt Carmen Zurheide, Vorsitzende der GEW-Landesfachgruppe Grundschulen, fest. „Auf der offiziellen Seite des Bildungsministeriums wird trotz dieser Mangelsituation nur ein mittlerer Einstellungsbedarf an Grundschulen angegeben, dabei ist seit Jahren erkennbar, dass der Mangel an Grundschullehrkräften dramatisch zunehmen wird, wenn man nicht beherzt dagegen steuert.

Das Problem des Fachkräftemangels verschärfe sich durch die Abwanderung von Lehrkräften in andere Bundesländer, die schnellere und flexiblere Einstellungen auf feste Stellen vornehmen: „Während viele Kolleginnen und Kollegen in Rheinland-Pfalz drei bis fünf Jahre auf eine Planstelle warten müssen, ob­wohl an den Schulen ein hoher Einstellungsbedarf besteht“, so Zurheide, „erhalten sie in anderen Bundesländern zeitnah eine Planstelle und außerdem eine bessere Besoldung. Von 331 Planstellen, die zu Beginn des Schuljahres vergeben wurden, sind nur 25 % mit neuen Personen besetzt worden. Die meisten Kolleginnen und Kollegen arbeiteten zuvor bereits in Vertretungsverträgen.“

Der Fachkräftemangel führt inzwischen dazu, dass von 700 Vertretungsstellen 248 Verträge mit Kollegin­nen und Kollegen ohne abgeschlossene Grundschulausbildung besetzt worden sind, davon 82 sogar ohne abgeschlossene Lehramtsausbildung. Die fachliche Unterstützung dieses Personenkreises an den Schulen macht zusätzliche Mentorentätigkeiten erforderlich, für die nach wie vor keinerlei Ausgleich vorgesehen ist.

„Die Unterrichtsversorgung wird vom Bildungsministerium mit 99,4 % als gut bewertet“, kritisiert Hammer. „Gut ist sie aber keineswegs. Von einer hundertprozentigen Versorgung wird gar nicht erst ausgegangen. Das bedeutet faktisch einen eingeplanten Unterrichtsausfall. Zur Deckung des Personalbedarfs wäre dagegen eine Versorgung von quasi 115 % nötig, um Unterrichtsausfall etwa durch Beschäftigungsverbote in der Schwangerschaft, Erkrankungen und Fortbildungen aufzufangen. Aufgrund der seit Jahren zu geringen Personalbemessung durch Planstellen wird die unterrichtliche und pädagogische Arbeit an den Grundschulen erschwert. Es gibt immer weniger Freiräume, flexibel auf die Lernsituation der Kinder reagieren zu können, um sie individuell zu fördern und zu fordern. An einigen Grundschulen muss aufgrund Personalmangels die Klassenmesszahl überschritten werden, was die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte sehr belastest.

Zudem sei der benannte Wert der Unterrichtsversorgung von 99,4 % geschönt. Denn zusätzliche Förder­lehrkraftwochenstunden, beispielsweise im sozialen Brennpunkt, werden von Förderschullehrkräften erbracht und der Grundschule angerechnet. Das Defizit im Grundschulbereich werde damit rechnerisch verringert. „All dies führt dazu, dass Grundschulen mit besonderem Bedarf die schlechteste Personalver­sorgung haben“, erläutert die Landesfachgruppenvorsitzende Zurheide. „Auch die 142 Feuerwehrlehr­kräfte sind fast ausnahmslos in Klassenleitungen gebunden und stehen daher als Vertretungsreserve nicht mehr zur Verfügung. Ein alternatives Vertretungskonzept gibt es schlichtweg nicht.“

Hammer ergänzt: „Ein weiteres Problem sehen wir in der stetigen Zunahme der Arbeitsbelastungen von Grundschullehrkräften durch steigende Bürokratisierung wie beispielsweise das Erstellen von Dokumen­tationen, die Umsetzung von Maßnahmen der Qualitätssicherung, die Bearbeitung von Fördernachwei­sen und Anträgen und die Protokollierung von Elterngesprächen. Diese bürokratischen Abläufe erfordern viel Zeit. Schulleitungen in Grundschulen bekommen von allen Schularten die wenigsten Anrechnungs­stunden für Verwaltungstätigkeiten. Leitungsarbeit in Grundschulen ist neben der niedrigen Entlohnung auch dadurch höchst unattraktiv. Aufgrund der extrem schlechten Arbeitsbedingungen sind Schulleitun­gen extrem überlastet. Es wundert daher nicht, dass zurzeit von 1288 Schulleitungs- und Stellen für Kon­rektorinnenen bzw. Konrektoren ca. 150 nicht besetzt sind und die Arbeit von den Lehrkräften über­nommen werden muss. Für kleine und mittelgroße Schulen ist eine solche Stelle für Konrektorinnen bzw. Konrektoren gar nicht vorgesehen und für Verwaltungskräfte stehen ihnen nur wenige Stunden in der Woche zur Verfügung.“

Die GEW kritisiert außerdem den an manchen Schulstandorten erheblichen Renovierungsstau und die zum Teil mangelnde Ausstattung an rheinland-pfälzischen Grundschulen. Die räumlichen Bedingungen entsprechen bei weitem nicht mehr den Anforderungen zeitgemäßen Lernens. Vor allem in Städten herrscht akute Raumnot und eine unzureichende Ausstattung mit Lernmaterial und zeitgemäßen Me­dien.

Am 15. März diesen Jahres wurden die geschilderten Zustände auf einer GEW-Fachtagung von den Teilnehmenden scharf kritisiert und Forderungen an die politisch Verantwortlichen gestellt.

Der Vorsitzende Hammer: „Die Forderungen an die Politik lassen sich kurz und knapp benennen. So ist die Einstellung von mehr qualifiziertem Personal zur Schaffung und zum Ausbau multiprofessioneller Teams dringend erforderlich. Wir fordern eine Aufwertung der Arbeit an Grundschulen durch ein
10-semestriges Masterstudium und durch eine höhere Bezahlung nach dem Motto „Gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit“. Also eine Eingruppierung nach Entgeltgruppe E 13 für Tarifbeschäftigte bzw. Besoldung nach A 13 für Beamtinnen und Beamte in Rheinland-Pfalz. Nur so werden wir es schaffen, dass es attraktiver wird, Grundschullehramt zu studieren. Zur Erinnerung: Grundschullehrkräfte haben im Vergleich mit allen anderen Schularten die höchste Unterrichtsverpflichtung und das niedrigste Entgelt.“

Konzepte und Maßnahmen gegen den herrschenden Lehrkräftemangel müssten erstellt und umgesetzt werden. Dazu gehörten die Bereitstellung von deutlich mehr Planstellen sowie eine zeitlich flexiblere Planstellenvergabe, damit ausgebildete Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz bleiben. Neue Grundschullehrkräfte können durch eine Vereinfachung der Wechselprüfung aus anderen Schularten gefunden werden. Und ganz ohne Zweifel müsse mehr Geld für eine bessere Ausstattung der Schulen bereitgestellt werden.

Schulleitungen müssen in ihrer Arbeit entlastet werden, sie brauchen mehr Freistellung und mehr Ver­waltungspersonal, um eine Schule pädagogisch leiten und weiterentwickeln zu können.

„Die Aufwertung des Berufsbildes der Lehrkräfte an Grundschulen“, so Hammer abschließend, „sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort müssen endlich angegangen werden. Die GEW wird auf allen Ebenen dafür kämpfen.“

 

Pressemitteilung vom 28.4.2017

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Rheinland-Pfalz Artikel Schule Grundschule
news-11175 Fri, 28 Apr 2017 09:40:00 +0200 1. Mai 2017 - Wir sind viele. Wir sind eins. http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/1-mai-2017-wir-sind-viele-wir-sind-eins/ Der DGB ruft alle Beschäftigten dazu auf, am 1. Mai für eine Rente die reicht, für Integration, die klappt und für soziale Gerechtigkeit zu demonstrieren. Mehr als 20 Veranstaltungen finden allein in Rheinland-Pfalz statt. Eine Veranstaltungsübersicht befindet sich als PDF in der Service-Box rechts. Hauptredner in Landau ist Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW in Rheinland-Pfalz. Rheinland-Pfalz Artikel news-11182 Thu, 27 Apr 2017 10:52:00 +0200 Bundesregierung legt Entwurf zur Reform des SGB VIII vor http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bundesregierung-legt-entwurf-zur-reform-des-sgb-viii-vor/ Das Bundeskabinett hat jetzt einen Entwurf zur Reform des SGB VIII vorgelegt. Die GEW ist dabei, sich zu den Reformvorschlägen und zum Vorgehen der Regierung zu positionieren. Es ist damit zu rechnen, dass der Entwurf abgelehnt wird, unter anderem, da aus Sicht der GEW Aussagen zur Schulsozialarbeit und zum Kita-Qualitätsgesetz fehlen. Rheinland-Pfalz Artikel Kita Schulsozialarbeit news-11181 Thu, 27 Apr 2017 10:38:00 +0200 Lehrkräfte: Ist Ferienzeit gleich Arbeitszeit? http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrkraefte-ist-ferienzeit-gleich-arbeitszeit/ Zwölf Wochen Schulferien im Jahr. Das heißt, zwölf Wochen Urlaub – herrlich! Lehrer oder Lehrerin müsste man sein. Was ist dran an den ewigen Vorurteilen? Zwei junge Lehrkräfte schreiben auf der Website der GEW Nordrhein-Westfalen über ihre Erfahrungen mit Arbeitszeit. Rheinland-Pfalz Artikel Schule Berufliche Bildung news-11180 Wed, 26 Apr 2017 10:14:00 +0200 Es gibt keine andere als politische Pädagogik (Paulo Freire) http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/es-gibt-keine-andere-als-politische-paedagogik-paulo-freire/ Große Beteiligung aus Rheinland-Pfalz auf dem Jugendhilfekongress der GEW Anfang April in Berlin. Bildung. Weiter denken! hieß das Motto der Tagung, auf der auch Norbert Hocke und Bernhard Eibeck, beide langjährig für die GEW in diesem Politikfeld tätig, in den Ruhestand verabschiedet worden sind. Rheinland-Pfalz Artikel news-11172 Tue, 25 Apr 2017 09:15:00 +0200 BAG-Urteil: Mutterschutz geht vor Urlaub http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bag-urteil-mutterschutz-geht-vor-urlaub/ Kann eine schwangere Arbeitnehmerin wegen eines Beschäftigungsverbots nicht arbeiten, behält sie dennoch ihren Urlaubsanspruch. Zuvor bereits mit dem Arbeitgeber vereinbarter Urlaub gilt als nicht gewährt. Auch die Verfallfrist für Urlaubstage verlängert sich um die Dauer des Beschäftigungsverbots. (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 9.8.2016 - AZR 575/15) Rheinland-Pfalz Artikel news-11171 Mon, 24 Apr 2017 08:35:52 +0200 Immer mehr befristete Arbeitsverträge http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/immer-mehr-befristete-arbeitsvertraege/ Rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland haben einen befristeten Job. Vor allem Frauen und junge Menschen arbeiten demnach mit befristeten Verträgen. Die meisten Befristungen verzeichnet der Bereich Erziehung und Unterricht. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Rheinland-Pfalz Artikel news-11101 Tue, 11 Apr 2017 11:29:05 +0200 Die GEW Rheinland-Pfalz trauert um Henning Caspari http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-gew-rheinland-pfalz-trauert-um-henning-caspari/ Henning Caspari verstarb am 06.04.17 im Alter von 66 Jahren. Wir sind fassungslos und sehr traurig über seinen frühen Tod. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen und seinen Kolleginnen und Kollegen an der Paul-Schneider-Realschule plus in Sohren-Büchenbeuren, an der er bis Ende des letzten Schuljahres als geschätzter Kollege tätig war. Mit Henning verlieren wir einen engagierten und aktiven Mitstreiter unserer Gewerkschaft, der eine große Lücke hinterlässt. Henning war ein überzeugter Bildungsgewerkschafter, der sich einmischte, Haltung zeigte und Kolleginnen und Kollegen für Gewerkschaftsarbeit motivieren und einbinden konnte. In allen GEW-Gremien, in denen Henning über Jahrzehnte mitarbeitete, hat er seine Spuren hinterlassen.

Sein Engagement trug dazu bei, dass die bildungspolitische Arbeit des GEW-Kreises Rhein-Hunsrück durch gute Pressearbeit und gute Vernetzung mit den regionalen und kommunalen Politikern auch nach außen wirkte. Sein Wort hatte Gewicht, er bezog Standpunkte und war im besten Sinne des Wortes streitbar. Es gab kaum eine Tarifauseinandersetzung, in der Henning nicht aktiv eingebunden war.

Pionierarbeit geleistet hat Henning in doppelter Weise: Er hat den Vorstandsbereich Vertrauensleute im GEW-Landesverband aufgebaut und dabei u.a. die regelmäßigen Tagungen der Vertrauensleute mitorganisiert. Anfang vergangenen Jahres initiierte er die Gründung des DGB-Kreisverbandes Rhein-Hunsrück, dessen erster Vorsitzender er wurde. Bereits seit 2007 gehörte er dem Leitungsteam der Landesfachgruppe Hauptschule an; seit 2009 dann dem Leitungsteam der neu gegründeten Landesfachgruppe Realschule plus. Seit dem Gewerkschaftstag 2016 war Henning als Landesseniorenvertreter Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes.

Mit Henning verlieren wir einen Personalrat mit Herz und einen Kollegen, dem die Weiterentwicklung der GEW und das Gewinnen und Einbinden neuer Mitglieder ein zentrales Anliegen war.

Klaus-Peter Hammer
GEW-Landesvorsitzender

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Rheinland-Pfalz Artikel Schule RS+ Bezirk Koblenz Kreis Rhein-Hunsrück
news-11212 Mon, 03 Apr 2017 11:44:00 +0200 Gewaltige Umstrukturierungsmaßnahmen http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gewaltige-umstrukturierungsmassnahmen/ Die Landesregierung konfrontiert die Berufsbildenden Schulen mit Plänen gewaltiger Umstrukturierungsmaßnahmen. Besonders die Höheren Berufsfachschulen (HBF) stehen hierbei im Fokus der politischen Überlegungen. Über die uns bekannten Eckdaten der Planung möchten wirinformieren und hoffen im Sinne eines partizipativen Prozesses auf Rückmeldungen von der Basis. Pädagogisch sinnvollen Modifikationen stehen wir nicht im Wege. Jedoch dürfen Änderungen nicht zu reinen Einsparungsmaßnahmen verkommen und auch nicht einseitig zu Lasten des berufsbildenden Systems gehen! Dass die große Zahl an Fachrichtungen der HBF zusammengelegt und damit reduziert werden soll, trägt durchaus der Lebenswirklichkeit und der Situation von Arbeitsmarkt und Wirtschaft Rechnung. Die GEW verschließt sich nicht Anpassungen auf der Grundlage einer Evaluation des Status quo.

Wir fordern jedoch eine behutsame Vorgehensweise und eine Berücksichtigung von regionalen Gegebenheiten der Schullandschaft und lokalen Bedürfnissen der Wirtschaft.

Wir begrüßen, dass bei der angedachten Umstrukturierung der HBF, im Gegensatz zu früheren Überlegungen, nun auf einen spezifischen Notendurchschnitt als Aufnahmevoraussetzung verzichtet werden soll. Dies sehen wir als Bildungs- und Qualifizierungschance für an diesem Bildungsgang interessierte Schülerinnen und Schüler.

Als sinnvoll und für die Höhere Berufsfachschule zukunftsweisend würden wir die (Wieder-)Einführung eines Wahlunterrichts, um die Möglichkeit des Fachhochschulreifeerwerbs zu eröffnen, sehen, aber nur wenn die unterrichtlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen entsprechend gut ausgestaltet sind.

Die (künstliche) Abspaltung des Fachhochschulreife-Unterrichts in eine Duale Berufsoberschule (DBOS) entspricht nicht einem attraktiven Schulangebot und stellt eine zusätzliche Hürde und Belastung für die Schülerinnen und Schüler dar. Die Schulen müssen die Möglichkeiten erhalten, den Fachhochschulreife-Unterricht pädagogisch sinnvoll und in bewährter Qualität anbieten zu können. Er darf nicht, im Interesse der lernwilligen Schülerinnen und Schüler, in die Randstunden am späten Nachmittag oder gar Abend gelegt werden. Ganz zu schweigen von der unzumutbaren Belastung, für die zum Teil noch minderjährigen Schülerinnen und Schüler, die z. T. auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen sind. Ein so geartetes Erschweren, die Fachhochschulreife überhaupt erlangen zu können, würde den Grundgedanken dieses Bildungsganges, nämlich eine zweite Bildungschance zu eröffnen, konterkarieren und somit das Ziel der Bildungsgerechtigkeit verfehlen.

Uns ist bewusst, dass die HBF-Reform auf die Empfehlungen der Expertengruppe zur strukturellen Weiterentwicklung der Berufsbildenden Schulen zurückgeht. Die damalige Ministerin, Frau Doris Ahnen, hatte die Expertengruppe mit der Entwicklung realitätsnaher Leitlinien zur Sicherung einer zukunftsfähigen und leistungsstarken Berufsbildenden Schule beauftragt. Unter Punkt 10 wurde eine Anpassung des Bildungs- und Qualifizierungsangebotes der HBF an die geänderten Nachfragestrukturen sowie die demografische Entwicklung festgelegt. Hier war nicht die Rede von einer Rücknahme oder Leistungsschwächung des Bildungsangebotes der HBF! Die geplanten Änderungen stehen im Widerspruch zu der Beauftragung und der Formulierung im Expertenpapier.

Maßnahmen, wie die vollzogene Ausgliederung der Fachoberschulen aus den Berufsbildenden Schulen haben sich in Teilen nicht bewährt und stellen aus Sicht der beruflichen Bildung einen systemischen Widerspruch dar. Dass nun, unabhängig von der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die Fachoberschulen eine zweite Fachrichtung anbieten können, verschärft diese Problematik. Die Erfahrung zeigt, dass die berufliche Orientierung und Qualifizierung an Berufsbildenden Schulen weitaus besser gelingt, da hier eine enge Vernetzung mit Handwerk, Industrie und Wirtschaft traditionell und aktuell gegeben ist.

Daher steigt die Bereitschaft der Absolventinnen und Absolventen den Weg eines direkten Übergangs in eine berufliche Laufbahn zu wählen. Dies ist ein wesentlicher Beitrag des Berufsbildenden Systems, um dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Diese spezifische Leistung wird aus Sicht der GEW politisch nicht ausreichend beachtet.

Die Berufsbildenden Schulen haben über Jahrzehnte ein weltweit anerkanntes Knowhow in der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte entwickelt. Das Duale System in seiner heutigen Form geht über die Berufsschule hinaus und schöpft ihren Mehrwert aus dem ineinandergreifenden Angebot von berufsbezogenen und allgemeinbildenden Inhalten. Die modernen Berufsbildenden Schulen sind eine Stätte des lebenslangen Lernens durch Aus- und Weiterbildung – immer nahe an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedürfnissen. Solch ein international geschätztes Schulsystem sollte nicht ohne Not gefährdet werden!

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Rheinland-Pfalz Artikel Berufliche Bildung Zeitschrift
news-11211 Mon, 03 Apr 2017 11:30:00 +0200 Miteinander aufwachsen – voneinander lernen http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/miteinander-aufwachsen-voneinander-lernen-1/ Der Erwerb der deutschen Sprache ist zentral für die soziale Inklusion. Forschungsergebnisse belegen, dass Kinder weder durch den simultanen Erwerb zweier Sprachen noch durch den frühen Zweitspracherwerb überfordert werden.

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder aus Familien in Armutslagen sind überproportional von Ausgrenzung im Bildungssystem betroffen. Die Forderung nach einer spezifischen Förderung dieser Mädchen und Jungen folgt dabei häufig noch einer auf Defizite ausgerichteten Argumentation, die das

Scheitern im Bildungssystem zum Beispiel an mangelnde Sprachkompetenz knüpft. Inklusive Pädagogik versucht, hier einen Perspektivenwechsel anzustoßen.

Bedarfe und Ressourcen

Sie stellt die Frage, inwiefern sich Bildungseinrichtungen auf die veränderten Bedarfslagen von Kindern und ihren Familien ausrichten. Mit der Umsetzung von Inklusion in der frühpädagogischen Praxis rücken Interaktionsprozesse zwischen Kindern sowie zwischen Kindern und Erwachsenen in den Vordergrund. Kindertageseinrichtungen haben dabei eine besondere Funktion, da sie den Rahmen für Interaktions- und Bildungsprozesse bilden und den Familien Zugänge zum Sozialraum eröffnen können.

Werden sprachliche und kulturelle Differenzen von Kindern und Familien als Defizit und mangelnde Anpassungsleistung gesehen, kann es in der pädagogischen Praxis zu einer Unterschätzung des individuellen Potenzials der Mädchen und Jungen kommen. Segregierende Fördermaßnahmen verringern die Spiel- und Interaktionsmöglichkeiten mit gleichaltrigen deutschsprachigen Kindern. Der negativen sozialen Spirale können die Fachkräfte jedoch ein Handlungsmodell gegenüberstellen, das Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz als Ressource z.B. der Kinder und Familien mit Fluchterfahrung in den Mittelpunkt stellt. Dabei geht es um die Anerkennung und Förderung individueller Potenziale und die Gestaltung individueller Bildungs- und Interaktionsangebote in einer heterogenen Gemeinschaft. Ist dies die handlungsleitende Perspektive für die frühpädagogische Praxis, wird deutlich, dass damit ein Gewinn für alle Kinder, unabhängig von Status, Geschlecht, Herkunft, Alter und Fähigkeiten, verbunden ist.

Soziale Partizipation

Als wesentliche Voraussetzung von Inklusion in Bildungseinrichtungen wird die soziale Partizipation der Kinder bezeichnet. Darunter versteht man positive Interaktionsprozesse in der Peergruppe: Mädchen und Jungen werden als gleichberechtigte Spielpartner akzeptiert, es entstehen Freundschaften. Die fehlende Fähigkeit, in einen sprachlichen Diskurs mit Gleichaltrigen zu kommen, diesen aufrechtzuerhalten der angemessen zu reagieren, kann zu einem völligen Ausschluss von Interaktion führen. Betroffene Kinder entwickeln Bewältigungsstrategien Sie begeben sich in eine stärkere Abhängigkeit von Erwachsenen oder verkürzen ihre Dialogbeiträge. In der Folge geraten diese Mädchen und Jungen in einen Kreislauf, der durch die Verfestigung eines negativen Selbstbildes und sozialen Rückzug geprägt ist, er wiederum mit einem verringerten sprachlichen Input aufgrund sozialer Exklusion einhergeht.

Sprache ist wichtig

Schon Kinder, die jünger als drei Jahre sind, zeigen für sprachspezifische Entwicklungsunterschiede in der Peergroup eine hohe Sensitivität und wählen ihre Interaktionspartner in Abhängigkeit von deren sprachlichen Fähigkeiten. Eine Erhebung in Krippen zeigte, dass frühpädagogische

Fachkräfte sprachfördernde Strategien häufiger im Gespräch verwendeten, wenn die Kinder über eine hohe Sprachkompetenz verfügten. Kinder mit geringer Sprachkompetenz erhielten hingegen weniger Unterstützung durch die Fachkräfte und sie interagierten seltener mit gleichaltrigen Kindern. Durch die Schwierigkeiten in Spielgruppen zu kommen, ergibt sich ein quantitativ und qualitativ geringeres Maß an sprachlichem Input und Kommunikation mit Gleichaltrigen.

Spracherwerb – ein Kinderspiel?

Die Peerinteraktion erfordert Strategien, um den Widerstand der Peers zu überwinden, da Kinder bei ihren Versuchen vielfach und wiederholt auf Ablehnung stoßen können. Als effektive Verhaltensweisen werden in diesem Zusammenhang vor allem indirekte Strategien hervorgehoben, mit denen sich Mädchen und Jungen zunächst aus der Distanz einen Überblick über die Situation und das Spielmotiv verschaffen, um dann zu signalisieren, dass man mitspielen kann, ohne das Spiel der anderen zu stören. Dies ist für Kinder nur dann möglich, wenn sie selbstbestimmt und nicht mit Hilfe Erwachsener in eine Gruppe aufgenommen

werden. Die Qualität und Komplexität von Dialogen zwischen Kindern ist abhängig von gemeinsamen Erfahrungen, die die Gesprächspartner teilen, wie die Erlebnisse, die im gemeinsamen Spiel gemacht werden.

Die Dauer von Konversationen zwischen Kindern ist dabei stark davon bestimmt, ob diese ein gemeinsames „Drehbuch“ haben, also einen thematischen Rahmen, der beiden Interaktionspartnern bekannt ist. Wenn die Mädchen und Jungen auf einen solchen Gesprächsrahmen zugreifen können und darüber hinaus über elementare Kommunikationsstrategien verfügen, sind sie in der Lage, dialogische Gespräche zu führen und diese über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Der Erwerb dieser Fähigkeiten umfasst damit ebenso den Aufbau soziokultureller Kenntnisse und das Wissen um die Gefühle und Bedürfnisse anderer wie die kommunikativen Regeln, die eine sprachliche Interaktion gelingen lassen.

Der Erwerb der deutschen Sprache ist zentral für die soziale Inklusion. Die Erkenntnisse der Zweitspracherwerbsforschung belegen eindeutig, dass Kinder weder durch den simultanen Erwerb

zweier Sprachen noch durch den frühen Zweitspracherwerb überfordert werden. Sprache ist eng mit der Identitätsentwicklung verknüpft. Alle Kinder brauchen unbedingt die Wertschätzung ihrer Herkunftssprache.

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Rheinland-Pfalz Artikel Schule Kita Inklusion Migration Zeitschrift
news-11004 Tue, 28 Mar 2017 14:13:35 +0200 Gewerkschaften fordern Beamtenbesoldung anzupassen http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gewerkschaften-fordern-beamtenbesoldung-anzupassen/ Der DGB hat anlässlich der Erhöhung der Abgeordnetendiäten im rheinland-pfälzischen Landtag in einem offenen Brief an die Landtagsabgeordneten gefordert, auch die Beamtenbesoldung der Höhe der Besoldung anzupassen, wie sie in anderen Bundesländern gewährt wird. Rheinland-Pfalz Artikel Schule Berufliche Bildung Beamte news-10993 Mon, 27 Mar 2017 09:17:26 +0200 Kita-Leitungen haben zu wenig Zeit für ihre Führungsaufgaben http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kita-leitungen-haben-zu-wenig-zeit-fuer-ihre-fuehrungsaufgaben/ Für Pädagogik, Personal, Budget und Elterngespräche fehlt den Leitungskräften durchschnittlich etwa die Hälfte der eigentlich notwendigen Zeit. In den Bundesländern wird unterschiedlich viel Wert auf die zeitliche Leitungsausstattung gelegt. Wir veröffentlichen eine Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung zum Ergebnis einer eigenen Studie. Rheinland-Pfalz Artikel Kita news-10989 Fri, 24 Mar 2017 11:27:18 +0100 GEW stärkt ehrenamtliche Arbeit http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-staerkt-ehrenamtliche-arbeit/ An insgesamt fünf Tagen hat die GEW in einer Seminarreihe 20 Gewerkschaftsmitglieder für die Übernahme einer ehrenamtlichen Aufgabe qualifiziert. Die Module der Seminarreihe lauteten "Eigene Stärken erkennen und überzeugend auftreten", "Erfolgreich verhandeln", "Konflikte erkennen und lösen", "Struktur und Arbeitsweise der GEW" sowie "Effizient Sitzungen vorbereiten und leiten".  

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Rheinland-Pfalz Artikel Kreis Koblenz-Mayen
news-10934 Fri, 17 Mar 2017 10:43:21 +0100 GEW: „Grundschullehrerinnen wie alle anderen Lehrkräfte bezahlen!“ http://www.gew-rlp.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gew-grundschullehrerinnen-wie-alle-anderen-lehrkraefte-bezahlen-2/ Die GEW hat mit Blick auf den „Equal Pay Day“, der am 17. März stattgefunden hat, die gleiche Bezahlung aller voll ausgebildeten Lehrkräfte gefordert. „Ent­geltgleichheit im Schulbereich ist überfällig. Wir wollen, dass alle verbeamteten Lehrkräfte nach A13 und Angestellte nach E13 bezahlt werden“, sagte der Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer.  

An Grundschulen unterrichteten zu 90 Prozent Frauen. Sie verdienten Monat für Monat deutlich weniger Geld als ihre Kolleginnen und Kollegen an anderen Schulformen. „Damit muss endlich Schluss sein“, be­tont Hammer. „Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit muss auch im Schulbereich gelten.“

Rechtsgut­achten bestätigten, dass die schlechtere Besoldung an Grundschulen Frauen mittelbar diskriminiert und damit gegen das Gleichstellungsgebot des Grundgesetzes verstößt. Unter dem Motto „JA13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen“ fordert die GEW bundesweit unter dem Dach ihrer Initiative „Bil­dung. Weiter denken!“, den Beruf der Grundschullehrerinnen und -lehrer aufzuwerten.

„Lehrkräfte an Grundschulen leisten wertvolle Arbeit und legen den Grundstein für die Entwicklung aller Kinder“, sagte Hammer. Während Grundschullehrkräfte in allen Bundesländern nach A12 besoldet oder als Angestellte in die Entgeltgruppen E11 einsortiert sind, würden voll ausgebildete Lehrkräfte in der Oberstufe in allen Bundesländern nach A13 oder E13 bezahlt.

Für die ungleiche Bezahlung gebe es keine sachlichen Gründe. Schon lange absolvierten alle Lehrkräfte eine gleichwertige und in vielen Bundesländern auch gleichlange wissenschaftliche Ausbildung. Ihre Tätigkeiten seien – bei allen Unterschieden nach dem Alter der Kinder oder den Schulfächern und Schulformen – gleichwertig.   

Handlungsbedarf bei der Bezahlung sieht die GEW auch mit Blick auf den steigenden Fachkräftemangel an Grundschulen. Schon heute fehlten vor allem an dieser Schulart qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer. „Der wachsende Anteil von Lehrkräften, der nicht für diese Schulform ausgebildet ist, ist besorgniserre­gend“, sagte Hammer. Die Zahl der Anwärterinnen und Anwärter für das Grundschullehramt gehe seit Jahren deutlich zurück.

„Für eine Aufwertung des Berufs durch eine gerechtere und bessere Bezahlung ist es also höchste Zeit“, unterstrich der Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz. „In Berlin hat man diese Ungerechtigkeit endlich erkannt und will handeln“, sagte Hammer. Im Koaliti­onsvertrag sei verankert, voll ausgebildete Grundschullehrkräfte in A13 einzuordnen. Dieses Vorhaben werde nun auf den Weg gebracht. Damit übernehme Berlin die Vorreiterrolle.

Argumente anderer Lan­desregierungen, die gleiche Bezahlung aus finanziellen Gründen nicht stemmen zu können, seien damit vom Tisch. „Berlin zeigt: Der Einsatz der GEW-Landesverbände lohnt sich“, betonte Hammer. „Wir for­dern die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, endlich tätig zu werden.“

Der GEW-Vorsitzende erwartet, dass 2020 alle Lehrkräfte mit universitären Bachelor- und Master-Abschlüssen und Referenda­riat mindestens nach A13 bzw. E13 bezahlt werden. Darüber hinaus soll die Landesregierung einen Stu­fenplan erarbeiten, damit auch Grundschullehrkräfte mit anderen Ausbildungen A13 erreichen.

 

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Rheinland-Pfalz Artikel Gleichstellung Grundschule