Sie sind hier:

Vertrauensleute der GEW fordern Regelungen für alternsgerechtes Arbeiten in Kitas und Schulen

09.11.2017

„Gemeinsam gesunde Schule und Kita gestalten“ lautet der Titel einer Resolution, die von 90 Vertrauensleuten der GEW aus Kitas und Schulen verabschiedet worden ist. Neben der Forderung nach alternsgerechten Arbeitsbedingungen beinhaltet die Resolution Forderungen zur Personalsituation, zu sozialpädagogischen und psychologischen Unterstützungssystemen sowie zur Bezahlung von Beschäftigten in Kitas und Schulen.

Vom Vertrauensleutetag, der am 6.11.2017 in Budenheim bei Mainz stattgefunden hat, berichtet Sven Miedreich (Vorstandsbereich Vertrauensleute):

Gemeinsam gesunde Schule und Kita gestalten
Unter diesem Motto hatte der Vorstandsbereich „Vertrauensleute“ ins Schloß Waldthausen bei Budenheim eingeladen. Dieser Einladung waren 90 Vertrauensleute aus Kitas und Schulen sowie deren Stufenvertreter*innen gefolgt. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den GEW-Landesvorsitzenden Klaus-Peter Hammer, der in seiner Begrüßungsrede die Notwendigkeit von Gesunderhaltung der Beschäftigten an Kitas und Schulen hervorhob. Er verdeutlichte, dass dies nur unter guten Arbeitsbedingungen in Verbindung mit einer hohen Arbeitszufriedenheit möglich sei. In diesem Zusammenhang begrüßte er die Lehrerbildnerin und Autorin sowie Deutschlandkoordinatorin für das Laufbahnberatungsprogramm Career Counselling for Teachers (CCT) Dr. Birgit Nieskens.

Als Mitherausgeberin des „Handbuch für Lehrergesundheit“ hat sich Frau Dr. Nieskens in den vergangenen Jahren intensiv mit Lehrergesundheit beschäftigt und zahlreiche Studien auf diesem Gebiet begleitet. In ihrem Vortrag konnte sie den Teilnehmer*innen interessante Einblicke in die Thematik verschaffen und diese zum Nachdenken anregen. Im Einzelnen zeigte die Referentin verschiedene Krankheitsbilder aus den Bereichen Schule und Kita auf, die hauptsächlich durch psychische Belastungen entstehen. Als Ursache nannte sie die zunehmende Arbeitsunzufriedenheit aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen und steigenden Anforderungen. Als mögliche Lösungsansätze präsentierte Frau Dr. Nieskens Merkmale gesunder Arbeit und zeigte Wege und Handlungsmöglichkeiten einer guten Gesundheitsförderung. Dabei setzte sie Impulse für die Entwicklung von gesunden Schulen und Kitas.

Diese wurden von den Vertrauensleuten gerne aufgegriffen und in einer lebhaften Aussprache weitergedacht. Geleitet von der stellvertretenden Landesvorsitzenden Sylvia Sund, konnten bei einem intensiven Gedankenaustausch zahlreiche Ideen entwickelt werden, wie „gute gesunde Schulen und Kitas“ gelingen können. In diesem Rahmen wurde schließlich eine umfassende Resolution zur Thematik verfasst und von der Versammlung beschlossen.

Peter Blase-Geiger (Geschäftsführer GEW Rheinland-Pfalz) nutzte die Versammlung, um den zahlreichen Vertrauensleuten die neue Landesgeschäftsstelle der GEW Rheinland-Pfalz in Mainz vorzustellen. Hierbei war es ihm besonders wichtig, den Teilnehmer*innen die „Personen im Hintergrund“ zu präsentieren. Mittels zahlreicher Fotos stellte er den Vertrauensleuten in seinem Vortrag die Beschäftigten und deren Arbeit in der Geschäftsstelle vor.

Vor allem die Vertrauensleute aus den Kitas hatten die Möglichkeit sich über die Musterkita Neuwied zu informieren. Diese gilt bundesweit als Musterbeispiel für gesundes Arbeiten und gesundheitsförderliche Atmosphäre für Kinder und Beschäftigte. Vorgestellt wurde sie von Vertreter*innen der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Zur Auflockerung der Veranstaltung hatte der Vorstandsbereich Vertrauensleute die Band EAB1 eingeladen. „Die etwas andere Band“ setzt sich aus Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen, die gemeinsam in der in.betrieb Gesellschaft in Mainz arbeiten. Mit ihrer Musik sorgten die Freizeitmusiker für viel Stimmung und konnten die Teilnehmer*innen begeistern.

Die Stufenvertreter*innen erläuterten die aktuelle Situation und stellten ihre Aufgabenbereiche vor. In dem anschließenden Gedankenaustausch, unter dem Schwerpunkt „Gesundheit“, konnten die Vertrauensleute ihre Wünsche, Ideen sowie Probleme aus den Schulen und Kitas darlegen. Dabei wurden vor allem fehlende Ressourcen und erschwerte Arbeitsbedingungen bemängelt, die zu Gesundheitsgefährdungen der Beschäftigten führen. Im Einzelnen wurden mangelhafte Arbeitsstätten, das Fehlen qualifizierter Förder- und Lehrkräfte, zu volle Klassen und Kindergartengruppen sowie die steigende Arbeitsbelastung durch stetig wachsende Aufgabenbereiche angesprochen.

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich die stellvertretende Landesvorsitzende Sabine Weiland ausdrücklich bei den Vertrauensleuten für die Unterstützung bei den vergangenen Personalratswahlen. Zudem unterstrich sie die Wichtigkeit deren Arbeit an Schulen und Kitas. Zum Schluss waren alle der Meinung: Mit mehr Lust statt Frust zur Arbeit!

Stufenvertreter*innen = Mitglieder der GEW in einem Haupt- oder Bezirkspersonaltrat der Schulen

Zurück